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Die Wirtschaftstätigkeit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in den Jahren 1887-91 und ihre wichtigsten Voraussetzungen / von Bruno Kurtze
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gebenden Stellen der Gesellschaft, seit unter Peters in sie ohne Erfolg große Summen hineingesteckt worden waren. Man darf das aus dem Umfange schließen, in welchem sie ins Leben ge­rufen wurden. Dennoch aber verdient es anerkannt zu werden, daß man sich für die Bodenkulturarbeiten einen der ersten Sach­kenner des tropischen Ackerbaues, Semler, verschrieb, der leider schon nach einer Anwesenheit von nur wenigen Wochen den Angriffen des Klimas erlag. Die einzigen landwirtschaftlichen Betriebe wurden in Kikogwe bei Pangani und in der Nähe von Daressalam geschaffen: Jenes sollte eine Baumwollplantage größeren Stiles werden, dieses eine allgemeine Versuchsstation für Bodenkultur. Der Aufstand machte jedoch auch diese Pläne zu nichte, und die geringe Neigung der einflußreichsten Stellen der DOAG zu solchen Betrieben hat es zuwege gebracht, daß bis zum i.Januar 1891 neue Anlagen dieser Art nicht geschaffen wurden, obwohl das Auswärtige Amt zur Beruhigung der öffent­lichen Meinung in Deutschland stets auch auf Einrichtung von Plantagen drängte.

3. Zollverwaltung und Handelsfaktoreien der DOAG. Der Angelpunkt der Stationenpolitik Vohsens ist nun die Einrichtung von Zollstellen an der Küste unter Angliederung von Handelsfaktoreien. Wir gehen im folgenden auf diese Institution darum ausführlicher ein, weil sie in doppelter Beziehung einen Markstein und Wendepunkt in der Entwicklung der DOAG als Schutzbriefgesellschaft darstellt: es ist das erste und einzige Mal, daß die DOAG mit der Erhebung von Zöllen ein nutzbares Hoheitsrecht finanziell in großem Maßstabe auszubeuten versuchte. Dann aber offenbart sich in ihrer nun beginnenden und durch die Einrichtung der Zollverwaltung eingeleiteten Tätigkeit an der Küste die Tatsache, daß die Gesellschaft mit dem Sultansvertrage aus einer deutschen gewissermaßen eine zanzibaritische Schutzbrief ­gesellschaft geworden war, nicht zwar im strengen Rechtssinne, wohl aber in wirtschaftlicher Beziehung. Die Erschließungsarbeit der DOAG kam nicht mehr dem deutschen Schutzbrief­gebiet unmittelbar, sondern dem Küstengebiet des Sultanats zu­gute. Eine Unzahl von Problemen nnd Mißverständnissen erwuchs aus dieser neuen Situation, und in den neuen Verhältnissen fand die DOAG schließlich nicht die erhoffte Rentabilität, sondern den Damm, der ihrem Wirken ein frühes Ziel setzen sollte. Dennoch wird man sagen müssen, daß der mit dem Abschluß und der