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Die Wirtschaftstätigkeit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in den Jahren 1887-91 und ihre wichtigsten Voraussetzungen / von Bruno Kurtze
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reiche Araber verarmte unter ihren wucherischen Händen. Auf solche Manipulationen konnte sich die Gesellschaft natürlich nicht einlassen, so wenig, wie sie es den Indern in Zollhinterziehung und Beamtenbestechungen gleich tun durfte. Die Banjanen der Küste, die neben den Zanzibar-Indern mit der DOAG rivali­sierten, arbeiteten infolge ihrer geringen Lebensansprüche weit billiger als weiße Beamte; sie standen geschlossen zusammen, wenn es galt, der Gesellschaft irgendwo ein Geschäft abzujagen, und hatten vor allem jene minutiöse Kenntnis des Marktes, die den Gesellschaftsorganen mangelte und doch die wichtigste Vorbedingung des Erfolges war.

3. Die Idee der Monopolisierung des Handelsgeschäfts im Interesse der DOAG. So ist es begreiflich, daß sich die maßgebenden Kreise der DOAG lange nicht entschließen konnten, einen größeren Handels­betrieb einzurichten. Es fehlten eben alle Voraussetzungen für eine in absehbarer Zeit zu erwartende Verzinsung der aufgewen­deten Kapitalien. Auf der anderen Seite aber konnte man sich der Einsicht nicht verschließen, daß alle in Zanzibar tätigen euro­päischen Firmen nur oder doch überwiegend vom Großhandel lebten. Wir zeigten an anderer Stelle, in welchen Ziffern sich insbesondere der deutsche Export und Import bewegte 1 ). Auf die Dauer durfte man sich daher diese Erwerbsquelle nicht entgehen lassen. Es galt also, Mittel und Wege zu finden, um, solange der Vertrag mit den Zanzibarfirmen bestand, doch wenigstens gegen die Schmutzkonkurrenz der Inder aufzukommen. Dies war, neben anderen wirtschaftlichen Gründen von nicht geringer Bedeutung, auch eine Ursache, warum man mit allen Kräften nach den Zöllen und auch nach der Verwaltung der Küste strebte. Sie gab der Gesellschaft politische Rechte in die Hand, die eventuell gegen die Inder und Banjanen zu wirtschaftlichen Zwecken hätten in Anwendung gebracht werden können. Eine Ausdehnung des Re­galienrechtes z. B. auf Kopal, Gummi, Orseille usw. eine Idee, die eine Zeitlang wirklich erwogen worden ist, hätte der DOAG das Monopol in diesen Artikeln gegeben und jenen wahrscheinlich den wirtschaftlichen Ruin gebracht. Den Widerstand der Araber, so glaubte man, würde man mit solchen Maßregeln nicht herauf­beschworen haben; sie hätten im Gegenteil wohl die Befreiung

*) Siehe den Abschnitt über die »Politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Ostafrika«.