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Die Wirtschaftstätigkeit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in den Jahren 1887-91 und ihre wichtigsten Voraussetzungen / von Bruno Kurtze
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Monat betrug, mindestens aber das Poscho in Naturalien zu begleichen. Die Absicht ist jedoch nicht zur Ausführung ge­kommen.

4. Ergebnisse der Stationenpolitik auf wirtschaftlichem

Gebiete.

Betrachten wir nun die Ergebnisse der Stationenpolitik. Auf wirtschaftlichem Gebiete läßt sich ein voller Mißerfolg kon­statieren. Die vielseitigen und höchst anerkennenswerten Versuche mit dem Anbau tropischer Gewächse, in der Anbahnung von Handelsbeziehungen, auf die wir noch einmal zurrückkommen werden, waren allesamt ein Schlag ins Wasser. Die Ursache dieser Erscheinung sehe ich, namentlich soweit die landwirtschaft­liche Produktion in Frage kommt, in der absoluten Unkenntnis der herrschenden Produktionsbedingungen. Es wäre völlig ver­fehlt, wollte man der Gesellschaftsleitung, wie das tatsächlich ge­schehen ist, daraus einen Vorwurf machen. Ein Land, das heute, nach einem Vierteljahrhundert stetiger Arbeit, noch immer in seinen Produktionsbedingungen Gegenstand der sorgfältigsten und geschicktest-organisierten Untersuchung ist, in dem noch heute hinsichtlich der Produktionsbedingungen über ungeheure Strecken völliges Dunkel liegt, während nur für einzelne Distrikte erst eine gewisse Stabilisierung der Meinungen eingetreten ist, ein solches Land konnte einfach nicht bereits beim ersten Anhieb Erfolge auf dem Gebiete der agrarischen Produktion zeitigen. Und wer da meint, daß das von Peters beliebte extensive System zahlreicher kleiner Wirtschaftsstationen die eigentliche Ursache der Mißerfolge ist, daß er besser daran getan hätte, die landwirtschaftlichen Kulturen an einer Stelle zu konzentrieren, dem ist nur insofern Recht zu geben, als es allerdings unzweifelhaft ist, daß auf diese Weise die wahrscheinlich zu erwartenden Verluste hätten auf ein Minimum beschränkt werden können. Aber die andere Tatsache war damit nicht aus der Welt geschafft, daß es damals eigentlich niemanden gab, der die natürlichen Wachstumsbedingungen in Ostafrika wirklich kannte; das beweist das völlige Fiasko der schon erwähnten Tabakskulturen des Konsuls O'Swald, eines Mannes, der in jenen Jahren nicht nur wegen seiner persönlichen Erfahrung, sondern auch wegen der alten Traditionen seines Hauses als einer der hervorragendsten Kenner Ostafrikas gelten mußte; das beweist ferner der Mißerfolg der gewiß zentralistisch und unter bewährten Pfanzern in Lewa-Deutschenhof in Usam-

Kurtze, Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft. 3