13. Das Tschndseegebiet.
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erreichen. Auf dem Lande sind die Verkehrsverhältnisse auch nicht ungünstig, wenn es auch an guten Straßen mangelt, die erst in jüngster Zeit von der deutschen Regierung angelegt worden sind. Neben den Trägern werden Esel und Ochsen zum Transportieren von Lasten benutzt. Man kann nicht dringend genug empfehlen, den Ochsen- und Eselwagen einzuführen, was bei der ebenen Beschaffenheit des Landes unschwer ausführbar wäre. In der Tat bringt der letzte Jahresbericht die Nachricht, daß Ochsenwagen in Garua versucht worden sind und sich das Buckelrind als Zugtier bewährt habe.
Was nun die Produkte des Landes betrifft, so ist Kauts chuk wahrscheinlich nur spärlich vorhanden. Er kommt aus dem Tschebtschigebirge und aus Marua. Interessant ist die Nachricht, daß aus dem Mandaragebirge Guttapercha, der den Namen „Tari" führt, in Yola verkauft wird, und zwar kostet das englische Pfund 3000 Kaurimuscheln 3 Schilling.
Baumwolle wird stellenweise viel angepflanzt, namentlich im Mandaragebirge von den Heidenstämmen, aber auch in der Ebene von den Fulbe. Es sind Versuche im Gange, den Baumwollbau bei den Fulbe und Haussa als Volkskultur einzubürgern. Auch die Produktion von Schiebutter, Sesam und Reis dürfte sich für den Kleinbetrieb eignen, eventuell auch das Öl der Früchte des Bangtiraibaumes auf dem Dalamiplateau.
Bezüglich der Verwaltung gehört die Massivregion von Adamaua verschiedenen Bezirken an. Gaschaka und Kontscha unterstehen noch dem Stationschef von Banjo, das übrige Gebiet dagegen gehört zu der Residentur Garua. Wie bereits früher ausgeführt, besteht die Hauptaufgabe des Residenten darin, den swws ^uo unter den Fulbeherrschaften aufrecht zu erhalten. Diefe bleiben in vollem Umfange bestehen, behalten auch die von ihnen unterworfenen Heidenstämme als Untertanen, von denen sie Tribut beziehen, die sie aber nicht mehr bekriegen dürfen. Der Resident empfängt denselben Tribut, den der Sultan von Mla früher hatte. Die noch freien, in den Gebirgen lebenden Heidenstämme werden allmählich zu größeren Gruppen unter der Oberhoheit einzelner Häuptlinge zusammengeschlossen, müssen ebenfalls Tribut zahlen und werden außerdem augehalten, bestimmte Kulturen, namentlich Baumwollbau, anzulegen.
13. Dcrs Gschcrö seegebiet.
Reist man von dem Mandaragebirge nach Osten oder von dem Kebbi-Gneislande nach Norden, so gelangt man in ein Gebiet, das einen völlig anderen Charakter hat als alle bisher betrachteten Regionen. Das Hügelland im Bereich der nordäquatorialen Wasserscheide und des Kebbi-Gneislandes, ein von der Erosion zerschnittenes, aus Gneisen und anderen kristallinen Gesteinen bestehendes Hügelland, taucht etwa im Bereiche des 9^. Breitengrades unter alluviale Sande und Lehme unter. Im einzelnen ist diese Übergangsregion nicht näher bekannt; sie scheint westlich von Lai am Logone zu liegen und mit etwa 375 in Meereshöhe zu beginnen. Indessen dürste das Grundgestein lokal doch noch nördlicher auftauchen, so vielleicht in der Umgebung von Gurgara, wo viel Eisenerze vorkommen, und in dem 100 m hohen steilen Ufer, das zwischen Miltu und Demtar das Ostufer des Schart bildet. Das alluviale Land senkt sich von etwa 375 m Höhe bis 290 m am Tschadsee herab. Die Böschung ist also sehr unbedeutend, etwa 85 m auf 300 Icrn. Aus dem alluvialen Lande ragen die bereits erwähnten, etwa 250 m hohen Granitberge von Daua auf, die die Ausbuchtung des Tuburifumpfes nach Südosten veranlassen.