Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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Kamerun.

Tat dürfte dieser Platz günstiger und zentraler gelegen sein, eventuell auch wegen der Kohlenlager besonders wichtig werden. Jetzt liegt dort eine Station der Gesellschaft Nord­west-Kamerun, die auch sonst eine ganze Anzahl von Stationen unterhält, soz. B. in Nssa- nakang (auf deutsch: Salzstadt), dem wichtigsten Ort im Bereiche der Salzquellen, die von den Eingebornen ausgebeutet werden. Mit dem Salz betreibt man einen lebhaften Handel nach der Banjangbucht und dem Balihochlande. Nssakpe ist als Zollstation zu erwähnen. Eine günstige Lage besitzt die Station Johann-Albrechtshöhe und ist daher Sitz der Verwaltung eines besonderen Bezirkes. Sie beherrscht nämlich die Straße von dem Kamerunberg und dem Ästuar nach dem Ossidingetieflande und der Banjangbucht sowie dem Balihochlande einerseits und die vom Mungo nach dem Rio del Rey-Tieflande anderseits. An der Rio del Rey-Küste und in dem Tieflande gibt es eine ganze Anzahl von Faktoreien, namentlich am Ende der verschiedenen Schiffahrtsstraßen, d. h. an dem Beginn der kristallinen Vorstufe. Der wichtigste Hafenplatz ist aber zweifellos Rio del Rey, gleichzeitig der Sitz eines Bezirksamtmannes. Die meisten Ausfuhrprodukte der Gesellschaft Nordwest-Kamerun gehen heutzutage über diesen Hafen auf der gebauten Land­straße, und nicht den Croß River hinunter durch das englische Gebiet.

Nachdem im achten Kapitel im Zusammenhange über die Verwaltung gesprocheu worden ist, wird es genügen, hier kurz nochmals darauf hinzuweisen, daß sich in Buea der Sitz des Gouverneurs und damit das Zentrum der Regierung, in Soppo der Sitz des Militärkommandos befindet. Unter einem Bezirksrichter stehen die Bezirksämter in Vic­toria, Duala, Kribi und Edea, während Rio del Rey, Johann-Albrechtshöhe, Ossidinge und Jabassi zwar gleichfalls Zivilverwaltung haben, aber nur unter Bezirksamtmännern stehen. Die militärischen Posten in Bascho und Tinto sind jüngst zurückgezogen worden.

10. Acrs KochLcrnö von SüöKcrmerun.

Das Hochland von Südkamerun zerfällt seiner Oberflächengestaltung nach in zwei verschiedene Gebiete: in das Südkameruner Randgebirge und die Südkameruuer Rumpffläche. Dazu kommt das Ssangatiefland, das freilich eine Landschaft für sich dar­stellt. Allein, da nur ein schmaler Streifen desselben in unser Gebiet fällt, sei es im An­schluß an das Südkameruner Hochland behandelt. Die Südkameruner Rumpffläche ist ihrem geographischen Charakter nach kein einheitliches Gebiet, da die Vegetationsdecken im Norden und Süden sehr verschieden sind. Vom südlichen Teil der Sanagaschwelle uud vom Dumeflusse ab herrscht der Wald vor, im Norden dagegen Gras- und Parkland. Dadurch werden in wirtschaftlicher Beziehung wichtige Unterschiede bedingt.

Das Kameruner Randgebirge ist ein mächtiger Plateauklotz, der 900 bis 1800 m Höhe erreicht und nach der Küste zu anscheinend mit zwei Stufen abfüllt, nach Osten aber sich zur Hochfläche langsamer senkt und unter Bildung vorgeschobener Berge allmählich in diese verläuft. Die allgemeine Form ist die eines Dreiecks, dessen 210 Iciv. breite Basis im Süden liegt, während die abgestumpfte Spitze nördlich des Sanaga etwa bis zum 4. Grad nördlicher Breite reicht. Die Länge beträgt daher ca. 300 Kin, d. h. inner­halb des deutschen Gebietes, denn nach Süden setzt sich unser Gebirgsland, das ja lediglich das Nordende der Schwelle von Niederguinea ist, in die spanische und französische Kolonie weiter fort. Die Ostgrenze verläuft annähernd von Norden nach Süden.