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Kamerun.
Vegetation maßgebend, in zweiter die Höhenlage. Das tropische Waldland ist die Region der feuchtheißen, echt tropischen Gewächse und auf gutem Boden die des Plantagenbaues. In den Savannen des Kameruner Hochplateaus verschwinden die anspruchsvolleren Tropengewächse; dafür beginnt aber die Viehzucht in den Vordergrund zu treten. Die Buschsteppen des Sudan sind die Regionen anspruchsloser, an eine lange Trockenzeit angepaßter Tropengewächse und der Viehzucht. Ganz eigenartige Kulturbedingungen zeichnen das Tschadseebecken aus, indem dort infolge der Überschwemmungen trotz der mäßigen Niederschläge wiederum bevorzugte Ackerbaugebiete zu finden sind.
Die Betrachtung ergibt, daß die orographisch-morphologischen Regionen recht wohl als Grundlage für die Aufstellung natürlicher Landschaften dienen können, mit der einen Ausnahme, daß mit Rücksicht auf Vegetation, Tierwelt und Kulturbedingungen das orographisch einheitliche Südkameruner Plateau in eine südliche und eine nördliche Hälfte zerfällt. Soll man also dieses Gebiet teilen und den Süden, das Waldland, als besondere Landschaft abtrennen?
Obwohl ein solcher Gedanke manches für sich hat, stößt er doch auf erhebliche praktische und theoretische Schwierigkeiten. Einmal geht im Südkameruner Randgebirge der Wald weit nach Norden hinauf, auf dem Plateau aber dringt die Parklandschaft weit nach Süden hin vor. Eine scharfe Grenze existiert überhaupt nicht, und obendrein ist die Parklandschaft der Sanagaschwelle und -mulde keine natürliche Pflanzenformation, sondern ein Kunstprodukt, entstanden durch die Vernichtung des Waldes durch den Menschen. Dementsprechend ähnelt das Gebiet der Parklandschaft in wirtfchaftsgeographischer Hinsicht in mancher Beziehung dem unveränderten Waldlande, indem dieselben Kulturpflanzen dort auftreten und die Viehzucht wegen der tropischen Viehkrankheiten starke Einschränkung erleidet. Namentlich fehlen zum größten Teil Rind und Pferd. Deshalb erscheint es zweckmäßig, das Südkameruner Hochland als eine natürliche Einheit zu betrachten, die an dem Rand des Hochlandes von Südadamaua endet, und nur innerhalb desselben eine Region des Waldes im Süden, des Gras- und Parklandes im Norden zu unterscheiden.
Es sollen demnach folgende natürliche Landschaften unterfchieden werden: 1) das Küstengebiet; 2) das Hochland von Südkamerun; 3) das Hochland von Südadamaua; 4) die Massivregion von Adamaua; 5) das Tschadseebecken.
9. Icrs Küstengebiet.
Der Küstensaum ist nicht gleichartig gestaltet. Zwischen dem Kampo und Kribi ist die Küste felsig, wenn auch an sich ein Flachland; stellenweise bricht sie 10—20 m steil zum Meere ab, so daß die kleinen Flüsse mit Wasserfällen in dieses hinabstürzen. Auch sind Felsriffe dem Küstensaum nicht selten vorgelagert. Es finden sich hier mit Ausnahme des Kampo keine größeren Flüsse, daher auch keine ausgedehnten alluvialen Ablagerungen, und schutzlos wird das felsige Ufer von den gewaltigen Brandungswellen der Kalema gepeitscht.
Auf diese 80 Km lange felsige Küste folgt bis zum Kamerunberge auf eine Strecke von 127 Km hin eine sandige Flachlandküste. Hier münden mehrere größere Ströme, wie der Lokundje, Njong und Sanaga. Die von diesen reichlich mit in das Meer geführten Sedimente werden durch die Brandungswellen und die Meeresströmung an dem Ufer