3. Das Klima.
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läßt sich mit Bestimmtheit behaupten, ob der Afrikasandstein des Benuetals als eine abgesunkene Scholle aufzufassen ist oder ob er sich primär in einer Vertiefung gebildet hat. Diese Fragen können nur durch exakte geologische Aufnahmen entschieden werden.
Das Küstengebiet ist höchstwahrscheinlich eine tertiäre Bruchregion mit vulkanischen Ausbrüchen ^12, 1908: i89ff. 43^j. Allein, solange die Verwerfungen geologisch nicht sicher festgestellt sind, wird man zweckmäßigerweise den neutralen Ausdruck „Massivregion" wählen. Der Massivregion des Küstengebietes würden das Manengubahochlaud und das kristalline Vorland westlich davon angehören.
Boden bildung. Der größte Teil der Kolonie wird von roten, lehmigen, sandigen Verwitterungsprodukten bedeckt, wie sie sür die Tropenzone allgemein charakteristisch sind. Wenn diese Roterden harte Konkretionen von Brauneisenstein enthalten, so führen sie den Namen Latent. Diese zelligen, wie vulkanische Schlacke aussehenden Brauneisensteine können hauptsächlich die Oberfläche des Bodens bilden, namentlich da, wo die lehmigen Zersetzungsprodukte durch die starken Regen fortgewaschen sind. Dann ist der Boden der denkbar unfruchtbarste, auf dem nur eine spärliche Vegetation kümmerlich ihrDasein fristet.
Humusböden kommen in dem regenreichen Gebiete des Südens anscheinend in großer Zahl vor, und zwar in sumpfigen, mit Wald bedeckten Niederungen. Wahrscheinlich ein Produkt der Humussäureverwitterung ist der weiße bis gelbliche Kaolin, der sich lokal im Granit- und Gneisboden des südlichen Plateaus findet und von den Eingebornen zu verschiedenen Zwecken ausgebeutet wird. Sehr ausgedehnt sind die Sumpfböden in dem Tschadfeebecken, wo monatelang alle Niederungen unter Wasser stehen. Ein schwarzer, humusreicher Boden bedeckt in einer Dicke von 1—2 Fuß die Niederungen südlich des Sees und heißt dort Firki. In der Regenzeit bildet er einen Morast, in der Trockenzeit dagegen zerspringt er mit gewaltigen Rissen und gibt schwarzen, unangenehmen Staub ^22. 25^.
Während im Süden der Kolonie rote und gelbe Lehmböden überwiegen, macht sich, je mehr man nach dem trockeneren Norden kommt, rötlicher Sand geltend, der zum Teil ein Produkt der physikalischen Verwitterung ist. Infolge der abwechselnden Erhitzung am Tage und der Abkühlung in der Nacht zerspringen die kristallinen Gesteine zu feinem Schutt- namentlich die Quarzkörner werden dann von den Bergen heruntergewaschen und in den Ebenen abgelagert. Auch die Winde, vor allem der trockene, mit Staub und Sand beladene Nordostpassat, machen sich in den nördlichen Gebieten der Kolonie schon sehr bemerkbar und dürften zu äolischen Ablagerungen Veranlassung gebeu. Besonders auffallend und unfruchtbar sind die Granitschuttböden, die aus weuig zersetztem, mechanisch zerplatztem Granitschutt bestehen und zwischen den Granitbergen oft den Boden bilden. Am fruchtbarsten sind dagegen die gelben und roten Lehme, die aus jungvulkanischem Gestein, Basalt. Trachyt und deren Aschen entstanden sind. Die Westkameruner Vulkanzone ist ganz besonders reich an solchen vorzüglichen Böden.
3. Acts Atimcr.
, Im Gegensatz zu andern Kolonien, in denen sich ein ganzes Netz meteorologischer Beobachtungsstationen findet, ist in Kamerun das Studium der klimatischen Verhältnisse außerordentlich vernachlässigt worden. Längere Beobachtungsreihen habeu wir eigentlich nur für Duala, daneben für Buea und Debundja ^12^. Man kann froh sein, daß für
Das Deutsche Kolonialreich. I. 23