Die Kolonialwirtschaft. — Produkte des Bergbaues.
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goldhaltigen Quarze in große Tiefe reichen. Die Arbeiten sind mit einem Zehnstempelpochwerk in vollem Gang, und die Ausbeute 1909 bis inklusive August belief sich auf rund 180,000 Mk. Viel weniger versprechen die Vorkommnisse in Ngasamo am Kassamaberg, wo die Goldquarze linsenförmig und nesterartig in schieferigen Diabaszonen auftreten IM 223-224^. Mittels Kugelmühle wurden dort von der „Zentralafrikanischen Bergwerksgesellschaft" 1906/07 aus 1000 Tonnen Erz 30 KZ Gold im Wert von 64,327 Mk. gewonnen. Ende 1907 wurde die Arbeit eingestellt, aber das Feld nicht aufgegeben.
Bei der in Deutsch-Ostafrika nachgewiesenen großen Verbreitung goldführender Gesteinsformationen ist absolut kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß nicht noch mehr so reiche und noch größere Goldlagerstätten als Sekenke gefunden werden könnten ^50; 232^. Für derartige Untersuchungen kommen am meisten in Betracht die Schiefer- und Grünsteinzonen von Ussindja, Msalala, Ussongo, Wembäre, Jkoma, Jramba-Jssansu, am Njamsasee und nördlich vom Njassasee, die Sandstein- und Konglomeratschichten von Ussongo, Kiwere usw. und vor allen Dingen die steilgefalteten Schiefer des Zentralafrikanischen Schiefergebirges, also der großen Landschaften von Ruanda, Urundi, Uha usw., die in bergmännisch-geologischer Beziehung noch gänzlich unerforscht sind W; 231^.
v. Der Handel.
In unserer allgemeinen Übersicht und in den früheren, den einzelnen Landschaften und ihren Bewohnern gewidmeten Schilderungen haben wir die Elemente des früher und heute von den Eingebornen, Arabern, Indern und Europäern in Deutsch-Ostafrika betriebenen Handelsan vielen Beispielen kennen gelernt (S. 78, 98, 119, 277 usw.). In früheren Zeiten spielte sich der Handel fast nur an der Küste ab. Erst als Anfang des 19. Jahrhunderts die Einführung der Gewürznelkenkultur, des Zuckerrohrbaues und die Ausbreitung der Kokos- und anderer Pflanzungen auf den Inseln und im Küstengebiet die Araber zur Beschaffung billiger und fleißiger Arbeiter zwang, zogen sie ins ferne Innere zum Sklavenkauf, aus dem bald auch Sklavenfang wurde. Durch Sklaven wurde aus dem Innern das kostbare Elfenbein an die Küste transportiert, das bisher nur wenig von den Eingebornen gebracht worden war. Und da nunmehr die an der Küste sitzenden Inder sich des guten Geschäftes durch Darleihen von Geld und Waren an die Araber bemächtigten, entwickelte sich in wenigen Jahren der arabisch-indische Karawanen Handel mit den: Binnenland, so daß schon 1820 die arabische Handelsstation Tabora und 1825 Udjidji gegründet wurden und 1830 die ersten indischen Kaufleute sich in Tabora, 1840 in Karagwe ansiedelten ^111; 86?^. Von Sansibar ging der ganze Handel aus, nach Sansibar strömten alle Handelsprodukte zusammen, und die Sansibar gegenüberliegenden Küstenplatze Pangani, Sadani, Baga- mojo waren die wichtigsten Zwischendepots, von denen die Karawanen auf verschiedenen Wegen das Zentrum des Innern, Tabora, erreichten.
Der gesamte Handel drehte sich um Elfenbein und Sklaven; alles andere, wie Vieh, Kopal, Kautschuk, Wachs usw., war gänzlich Nebensache. Es war Raubhandel verderblichster Art, der die Notwendigkeit gänzlichen Versiegens von vornherein in sich trug. Aber über ein halbes Jahrhundert, bis in die 1890er Jahre, stand er in Blüte und zog immer größere Kreise Jnnerafrikas in seinen Bereich. Auf den nach Tabora führenden Straßen waren in den 1860er Jahren alljährlich über eine halbe Million .Karawanenleute in Bewegung, und noch in den 1880er und 1890er Jahren kamen 100—200,000 Männer und Jünglinge