Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
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Ostafrika.

Resultate erzielt ^130; 184/185^. Man erleichtere also vor allem deutschen Farmern und Pflanzern die Ansiedelung, gebe dann aber auch die höheren, kühleren Bergregionen, die jetzt, wie am Kilimandjaro, Eingebornenreservate sind, teilweise für die deutsche Besiedelung frei, und sorge gleichzeitig für die Zufuhr von Arbeitskräften, da die Wameru ebenso arbeitsscheu sind wie die Wadschagga. Eine gründliche Erleichterung der Arbeiterbeschaffung und die Möglichkeit eines gewinnbringenden Exports der Produkte an die Küste kann aber auch hier nur eine mit billigen Tarifen arbeitende Eisenbahn bringen (S. 241).

14. Mafsaitanö unö öcrs abfluMose Kebiet öes Kroßen HstcrfriKcrnischen Krcrbens.

Das weite Plateauland zwischen Nord-Useguha und dem Ostufer des Victoriasees ist ein Stück der großen welligen Rumpffläche, die mehr als die Hälfte des Innern Deutsch-Ostafrikas einnimmt. Klimatisch, pflanzen-und tiergeographisch sowie ethnogra­phisch unterscheidet es sich von dem übrigen zentralen Hochland, noch mehr vielleicht oro- graphisch und geologisch. Fast in der Mitte ist diese Rumpffläche durch eine große, nahezu meridionale tektonische Bruch zone zerschnitten, den südlichen Ausläufer des Großen Ostafrikanischen Grabens, dem westlich eine Reihe kleinerer, mehr oder minder gleich­gerichteter tektonischer Brüche und Gräben angelagert ist, die alle zusammen einabfluß - loses Gebiet von großer Ausdehnung bilden. Dieses reicht westwärts bis an die sich zum Victoriasee entwässernde Landschaft Ussukuma, südwärts im allgemeinen bis an die große Karawanenstraße Mpapua-Kilimatinde-Tabora einschließlich Mittel-Ugogo, im Norden bis an die deutsch-englische Grenze, im Osten bis an die Linie Meru-Pangani- fluß-Nordwest-Useguha-Unguru. Ost-Ugogo ist nur zeitweise abflußlos, da sich periodisch der Kinjassungwe zum Mukondokwa und der Umerohe zum Ruaha entwässern.

Das ganze Gebiet gliedert sich also in: 1) die östliche, tektonisch ungestörte Hälfte: Ost-Massailand; 2) die westliche, tektonifch stark gestörte Hälfte: Gebiet des Großen Ost- afrikanifchen Grabens und der benachbarten Bruchgebiete nebst West-Maffailand.

In Ost-Massailand überwiegen lockere jüngere Deckschichten über das kristallinische Urgestein, im Bruchgebiet Gneise, Granit und dazwischen jungvulkanische Gesteine; in Ost-Massailand ist das Klima durchweg trocken, im Bruchgebiet dagegen sehr abwechselungs­reich; Ost-Massailand trägt hauptsächlich dornige oder grasige Steppe, das Westgebiet vor­wiegend Hochweiden und Gras- oder Buschsteppe; in Ost-Massailand nomadisierten einst Massai und heute wenige Wandorobbo, im Westgebiet wohnt neben den Resten der durch Rinderpest verhungerten nomadisierenden Massai das merkwürdigste Konglomerat von Völkertrümmern, das in unserer Kolonie vorkommt; Ost-Massailand ist wirtschaftlich wahr­scheinlich wertlos, das Westgebiet kann in vielen Teilen als Wirtschafts- oder auch als Siedelungsgebiet für Europäer und als aussichtsvoll für den Gewinn nutzbarer Mineralien gelten, am aussichtsvollsten die Goldquarze bei Sekenke nahe dem westlichen Steilabfall des Jrambaplateaus, während die goldhaltigen Quarzgänge und Konglomerate in Jramba selbst sowie in Jkoma, Ngasamo, Usindja, Ussongo usw. fich als wenig abbauwürdig er­wiesen haben ^K. u. H. iW8, Nr. 13; 9. 50; 217-228^.