Allgemeine Übersicht: 5. Vegetation.
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Bäume sind immergrün wie im tropischen Regenwald, aber viel massiver gewachsen und mit kleineren Blättern ausgestattet; die Liauen sind viel seltener, die Epiphyten, Farne, Moose und Flechten viel üppiger als in jenem. Aber die Arten des Höhenwaldes sind zum großen Teil ganz andere als unten im tropischen Negenwald, namentlich die verschiedenen Spezies von ^ociooarpus, von denen koctooarpus taloaw bis 80 in hoch wird, der bis 50 m hohe Wacholderbeerbaum ^unipsrus proosra, der mächtige Hex initiZ, die baumige Rosacee Ka^enia ad^ssinioa, die strauchige Lriea ai-vorea, die knorrigen Charakter^ bäume ^.Zaurig. salieikolig., Nvriea Iviliinandsaries, usw. (S. Taf. 11, Bild 3.)
Nach oben, über 3000 m Höhe verläuft der Höhenwald zungenförmig in die alpine Region niedriger xerophiler Gesträuche und steppenhafter, mit Schaftlobclien und seltsamen Baumsenecien durchsetzter Grasfluren, die schließlich bei etwa 4000 in Höhe in oi> alpine Wüste übergehen. Da aber nur wenige Berge Deutsch-Ostasrikas, wie der Kili- mandjaro, Meru, Karissimbi, zu solchen Höhen aufsteigen, ist diese letzte Formation mif ganz kleine Flecke in der Karte beschränkt. Der Höhenwald selbst hingegen ist in größeren insel- förmigen Komplexen noch verbreitet in West-Usambara, Pare, Kilimandjo.ro, Meru, auf den hoheu Rändern des Großen Ostafrikanischen Grabens, in Unguru, Ussagara, Ulnguru, Uhehe, Upaugwa, Ukinga, Konde-Oberland, Ufipa, Urundi, Rimnda.
Im Naturhaushalt hat der Nebelwald seine Hauptbedeutung als Miterhalter der Feuchtigkeit und als ein Regulator des Klimas; in der Wirtschaft des Menschen aber nur als Lieferant von Brenn- und Nntzholz.
o) In allen diesen Gebieten hat der Höhenwald, wie zahlreiche kleine Reste erweiseu, einst viel größeren Raum eingenommen; er ist von den Eingebornen zerstört worden und hat dichtgrasigen Hochweiden Platz gemacht, die vielfach mit den ursprünglichen, über dem tropischen Regenwald liegenden xerophilen Grasfluren verschmolzen sind uud nun in unseren Gebirgs- nnd Hochplateauländern riesige, hauptsächlich von der Viehzucht der Eingebornen ausgenutzte Flächen bedecken. Hochweideland uud Gebirgsstevve dieser Art fiudet sich in kleinerer Ausdehnung in West-Usambara, Pare, Kilimandjaro, Meru, iu deu Hochländern des Großen Ostafrikanischen Grabens, in Unguru, Ussagara, Uluguru; iu mächtiger Verbreitung aber auf der zusammenhängenden Randplateaumasse voll Nord- Uhehe über Ubena und Ober-Konde bis Ungoni und in noch viel größerem Maß auf den Hochländern des Zentralafrikanischen Schiefergebirges voll der Südostecke des Tcm- ganjika an bis nach Uha und durch das ganze Zwischenseeugebiet Urundi, Ruanda, Ussuwi, Karagwe, Jhangiro bis nahe an den Victoriasee.
Wie für die Viehzucht der Eingeborneu siud die Hochweideu auch für europäische Viehhaltung ein Vorzugsgebiet; aber nicht nur dies, sondern auch iu vieleu der höheren Lagen ein Siedelgebiet, wo der Europäer dauernd wohnen und, sobald die Verkehrsver^ Hältnisse gebessert sein werden, mit sicherer Aussicht auf wirtschaftliches Vorwärtskommen die Äcker mit europäischem Getreide, Kartoffelu, Gemüse, Mais usw. bestellen, Kaffee, Obst, Kautschuk und anderes anbauen und sonstige Arbeiten ohne Gefährdung seiner Gesundheit verrichten kann.
4. Die Vegetationsformationen der süßen Gewässer und der Meeresküste.
a) Unter den mannigfachen edaphischen, also nicht durch das Klima, sondern durch den Boden bestimmten Vegetationsformationen Ostafrikas treten zwei in der Landschaft am