Allgemeine Übersicht: 5, Vegetation,
57
Zum Schutz gegen Austrocknuug siud alle diese Pflauzeu irgendwie ausgestattet, sei es durch Verdornung von Blatt- und Stengelteilen, sei es durch starke Oberhaut oder Behaarung der Blätter, sei es durch zusammenlegbare Fiederblättchen, sei es durch unter- oder oberirdische Saftreservoirs u. dergl. (S. Taf. 13, Bild 5.)
Die meisten der genannten Steppenformationen spielen im Haushalt der Natur und für den Menschen dadurch eiue Rolle, daß sie den großen Herdentieren und den Nomaden ein hindernisloses Ausbreitungs- und Ernährungsgebiet sind; ferner dadurch, daß sie den Ackerbauern in allen nicht extrem trockenen Gebieten die Möglichkeit reichlicher, von den Regenzeiten abhängiger Bodenbestellung geben, daß sie dem Handel eine Menge wilder Erzeugnisse, wie Kautschuk, Wachs, Kopal usw., liefern, und daß sie ein Riesenfeld für den europäisch betriebenen Anbau von Sisalagaven, Sansevieren, Naniliot, glasiiovii, Mais und, in Berieselungsnähe der Flüsse, von Baumwolle siud.
2. Die Vegetationsformationen der periodisch trockenen Gebiete mit größerer Fenchtigkeit.
Eine Übergangsformation vom vorgenannten xerophytifchen Dornbufchdickicht zu den hygrophilen Gehölzen ist in Ostafrika der halbxerophile dichte i m m e r g r n n e Küstenbusch. Infolge der reicheren Niederschläge des Küstenstriches, der größeren Luftfeuchtigkeit und des stärkeren Taufalles fiud dauerblätterige immergrüne Gewächse in der Überzahl, vorwiegend Sträucher und Niederholz, wie die Anonacee Hvaria Bassins Holstii, Rlrus Alanessesns, Oelrna HildsKrandtii, ?L^o1iotrig. rnelanostietg. usw., neben den auch iu den Dornbuschdickichten wiederkehrenden laubwerfenden Formen ^eaoia sxiroearxa, Massig, kistnla, (Zli-s^via 8tu1rlnig.nini, L?oiiiI)rsti.uri Vollcensü, feruer neben den Euphorbiaceen?1rMg.ntIru8 iloridunäns, ^.oal/xlra. krutioosa uud uebeu denRankengelväch- sen?lÄAs11aria indioa, ^spars-AuZ kaloa-tus, I^ÄnctolpIria ?etsrsia.na ufw. Krautvegetation, hauptsächlich Akanthaceen, Schmetterlingsblütler, Gräser wuchern dazwischen uud auf den. Lichtungen reichlich ^76; 258^.
An der Küste zieht dieser „immergrüne Küstenbusch" nur als ein schmaler, oft unterbrochener Streifen hinter der Mangroven- und Kriekzone entlang. Landeinwärts geht er mehrfach in die ähnlich beschaffenen, hochstämmiger Bäume ermangelnden Busch dickichte,der Küsteuplateaus, wie z.B. des Makoudehochlandes, über, wo die Feuchli^ keitsverhültnisse ähnlich sind wie an der Küste. Auch die etwas feuchteren, uuteren M hänge und Vorberge der in die Jnlandsteppen abfallenden Gebirge, wie Usambara, Pare, Ussagara, Unguru, sind auf vieleu Strecken mit solchem halbxerophilen immergrünen Busch bewachsen ^76; 393-400^.
Als Rückzugs- und Schutzgebiete für verfolgte Eingebornenstämme haben diese Buschdickichte eine wichtige Rolle in der Geschichte der ostasrikanischen Völkerbewegungen und Völkerkriege gespielt. Jetzt ist ihr Wert für den Meuschen gering, da sie außer .^anlscinii und ewigen Nutzhölzern nichts Wesentliches liefern.
3. Die Vegetationsformationen der immerfeuchten Gebiete.
a) Über der vorgenannten, den Fuß der Gebirge weithin säumenden Buschzone geht die Vegetation auf den von, feuchten Winden bestrichenen Seiten, meist den Ostseiten, der Gebirge in „immergrünen Regenwald" über, wo er nicht von den Menschen zerstört ist — was leider, wie allerwärts Reste zeigen, zumeist der Fall ist.