44
Ostafrika.
übrigen Ostafrika noch der Kenia und der Runsoro — eine permanente Schneebedeckung, die anderen hohen Berge bloß eine vorübergehende. Langdauernde Schueedecken reichen bis ca. 4400 m herab, temporäre bis 3800 uud 3500 m. Schnee fällt gelegentlich auch iu noch tieferen Regionen, z. B. auf dem Rungwe (3170 m) in Ober-Konde, verschwindet aber schuell wieder. Die klimatischen Merkmale dieser alpinen Zone sind: außerordentlich geringe Luftfeuchtigkeit und wenig Regen, niedrige Jahrestemperatur, nach oben hin etwas reichlichere, aber meist feste Niederschläge, enorme Extreme.
Jede dieser sechs klimatischen Höhenzonen ist in einem der drei großen horizontal gegliederten Klimagebiete Ostafrikas vertreten, nur die hochalpine Zone fehlt im Gebiet des Pafsatklimas, wie ein Blick auf die Karte zeigt. Daraus entsteht eine große Mannigfaltigkeit des Klimas im einzelnen, aber die von den drei großen Klimatypen abweichenden Lokalklimate beschränken sich auf verhältnismäßig kleine Gebiete, so daß sie der klimatischen Einförmigkeit der großen Landmasse im ganzen keinen Abbruch tun.
Will man mit W. Koppen 1^53; 592-611,657-679^ die Klimatyp en Ostafrikas nach ihrem Vegetationscharakter klassifizieren, so wird man dem größten Teil des Landes „Baobabklima" (tropische Savannen, Grassteppen) und „Espinalklima" (Dornbusch, Dumpalmen) zusprechen, den von tropischem Wald bewachsenen unteren Hängen der Gebirge und Randstufen „Lianenklima" (immergrüne hochstämmige Urwälder), deu höheren, kühleren, waldbewachsenen Bergregionen „Fuchsienklima" (Baumfarne, koäoearxus), den grasigen Hochplateaus von Ubena, Uhehe, Ruanda usw. „Hochsavaunenklima" (baumarme Hochebenen) und den obersten noch Vegetation tragenden Bergregionen „Alpenrosenklima", über dem nur der Kilimandjaro in das Klimareich des „Ewigen Frostes" hineinragt.
2. Temperaturen. Niederschläge. Jahreszeiten. Klimaschwankungen.
Im Zusammenhang mit den Klimatypen haben wir noch zwei Faktoren hervorzuheben, die für die räumliche Differenzierung des Klimas, also für die geographische Betrachtung, von großer Wichtigkeit sind. Das ist erstens die regionenweise sehr verschiedene Größe der täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen nnd der Temperaturextreme, zweitens die außerordentlich variierende Menge und Verteilung der Niederschläge.
Haben die Isothermen, d. h. die Linien gleicher Mittlerer Sommer- und Wintertemperaturen, ein hohes theoretisches Interesse, so sind die Linien gleicher mittlerer Temperaturschwankungen und die Verteilung der Temperaturextreme noch viel bezeichnender für das Klima, denn das Maß diefer Schwankungen und Extreme ist es, von dem in zahllosen Beziehungen die Wirkung ans das Land, auf die Verwitterung, auf die Art und Verbreitung der Orgauismen, auf die Lebensweife der Menfchen, auf bestimmte Formen der Kultur usw. abhängt. Wenn wir mit Supan ^59; 96^ ein Klima mit einer jährlichen Temperaturschwankung von 0 bis 15° als Äquatorial- oder Seeklima bezeichnen, ein Klima mit 15—20° Schwankung als Übergangsklima und ein solches von 20 bis 40° Schwankung als Landklima, so hat Deutsch-Ostafrika fast in seiner ganzen Ausdehnung Äquatorial- oder Seeklima mit weniger als 15° mittlerer jährlicher Schwankung und nur in den oberen Regionen der höchsten Gebirge ein Übergangs- oder ein Landklima mit mehr als 15° jährlicher Schwankung.
Typisches Äquatorial- und Seeklima mit weniger als 15° Jahresschwankung hat das ganze K ü stenlan d. Hier, wo die Nähe des gleichmäßig erwärmten Ozeans alle starken