Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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Ostafrika.

4) Im Norden an Pare schließt sich das jungvulkanische Gebiet der Bergriesen K i - limandjaro und Meru an, das nach Westen in die Region des Großen Ostafrikani­schen Grabens hinüberführt, mit dessen Störungszone es auch genetisch zusammenhängt.

5) Das nordöstliche abflußlose Gebiet des Großen Ostafrikauischen Grabens und der ihm benachbarten kleineren tektonischen Gräben und Senkungsfelder mit ihren abflußlosen Seen Manjara, Ejassi, Natronsee usw. und Vulkanbergen sowie die abfluß­lose Massaisteppe. Das Gebiet umfaßt die Landschaften Ost-Massailand, Jrangi, Ufiomi, Umbugwe, Jraku, Winterhochland, Jssansu, Meatu, Jramba, Turu usw. und schließt im Süden mit Ugogo ab, das den Übergang zu den Ländern des großen Zentralplateaus von Unjamwesi bildet.

6) Das nach allen Seiten sich abdachende große Zentral Plateau, dasDach Afrikas", mit den Landschaften Ujansi, Unjamwesi, Ukimbu, Ukonongo, Ugala, Ukumbi, Ussumbwa, Uha usw. Es ist die größte geographische Einheit in Deutsch-Ostafrika und geht im Norden in die Randlandschaften des Victoriasees über.

7) Das flache Senkungsfeld des Victoriasees mit seiner Umrahmung, die in unserem Schutzgebiet die Landschaften Schirati, Uschaschi, Ussukuma, Usindja, Ost-Ussuwi und die kleinen Ländchen der westlichen Küstenplateaus umfaßt.

8) Das hohe Zwischenseengebiet zwischen dem Victoria-Njansa einerseits und dem Kiwusee und Nord-Tanganjika anderseits. Es ist ein staffelförmig von Osten nach Westen aufsteigendes Schollenland mit den Landschaften West-Ussuwi, Karagwe, Mpororo, Nieder- und Hoch-Ruanda nebst den Kirungavulkanen, Urundi. Im Westen grenzt es mit hohem Gebirgsrand an den Zentralafrikanischen Graben.

9) Der Kiwusee im Zentralafrikanischen Graben mit seiner Gebirgsumrahmung.

10) Der Tanganjikasee in der südlichen Fortsetzung des Zentralafrikanischen Grabens mit den Randlandschaften der deutschen östlichen Seehälfte: Nieder-Urnndi, Udjidji, Uwinsa, Ukawende, Ufipa und dem Westen des Tanganjika-Njassaplateaus.

11) Das abflußlose Gebiet des Rukwagrabens mit dem Rukwasee uud seinen ebenen und bergigen Randlandschaften Unjamanga, Unjika, Uwungu, Usafua, Manga usw.

12) Der Njassagraben mit dem Njassasee und den Randlandschaften des deut­schen Seegebietes: Urambia, Bundali, Nieder-Konde, Ober-Konde, Ukingagebirge, Li- vingstonegebirge, Matengohochland.

Für die stratigraphischen Verhältnisse und die Einzelheiten der Formationenverbreitung in Deutsch-Ostafrika verweise ich auf die Bemerkungen C. Gagels zu unserer geologi­schen Karte (im Anhang) und auf die Schilderungen der Einzellandschaften. Dort und im wirtschaftlichen Schlußkapitel kommen auch die Lagerstätten nutzbarer Minera­lien zur Sprache.

4. Acrs Kttmcr.

1. Klinmthpen und Klimazonen.

Das Klima Deutsch-Ostafrikas steht hauptsächlich unter dem Einfluß der tropifcheu Erwärmung des Landes, die ihrerseits von den zwischen den Wendekreisen wandernden Zenitständen der Sonne abhängt, und uuter dem Einfluß der vom Judischen Ozean ins