Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
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Ostafrika.

und Mercier (1898), Schloifer, Beringer (18971901), v. Ledebur (1903), v. Prittwitz (1904), Fuchs und Hauter (1906), Chmpkowski (1906) und anderen. Aus der deutsch-englischen Grenzkommission ging die große Karte des Grenzgebietes in 4 Blatt 1:100,000 hervor M8^.

12) Der Rukwagraben und Rukwasee waren nach dem ersten Besuch E. Kaisers (S. 6) das Forschungsgebiet von Kerr Croß und H.H. Johnston (1889), ferner von Nutt (1894) und 1897 von Langheld, Ramsay, v. Elpons, L. A. Wallace, den Missio­naren Lechaptois und Sigiez. 1899 gaben Ewerbeck, Diesing und andere weitere Nach­richten über den See und das Grabengebiet; am gründlichsten arbeitete aber dort im gleichen Jahr diePendelexpedition" unter Glauuing und Kohlschütter und zoologisch wie ethno­graphisch A. Fülleborn. Es folgten seit 1900 Zache, v. Prittwitz, die Missionare Bachmann und Th. Meyer, ferner Dantz, Booth (1904) und andere, wobei auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des Grabengebietes untersucht wurden. 1904 hat Sprigade die bisherigen topographischen Aufnahmen zu einer schönen Karte 1:500,000 verarbeitet ^414^.

13) Die Südwestecke Deutsch-Ostafrikas, der Njassasee mit seiner mächtigen Ge- birgsumrahmung, ist nach der 1890 mit England vollzogenen Abgrenzung der Juteressen- sphären zuerst von deutschen Missionaren nach allen Richtungen durchreist worden, unter denen namentlich Merensky zur Landeskunde viel Wertvolles beigetragen hat. Der geo­graphischen Resultate, die von den Teilnehmern der Wisftnanndampser-Expedition 189293 und der Expedition v. Schele 189394 im Njassagebiet gewonnen wurden, haben wir bereits Erwähnung getan (S. 8 und 9). Wissmann hatte schon 1887 am Ende seiner zweiten Durchquerung das Njassaplateau und den Njassasee gekreuzt. Von anderen ergebnisreichen geographischen Reisen in diesem Gebiet seien genannt bis 1900 die von Kerr Croß (1889), H. H. Johnston, A. Sharpe (1890), Scott Elliot (1894), E. Foä (1894, 1896), I. E. S. Moore, G. Lieder, v. Elpons, Bornhardt, Dantz, Fülleborn, W. Götze, Hauptmann Herr­mann, Kohlschütter, Glanning, Rhoades; nach 1900 arbeiteten dort W. Busse (1901), die Missionare Klmnroth, Laurentius und Th. Meyer, serner P. Fuchs und I. Booth (1904), Chmpkowski, W. A. Cunnington (190405) und andere.

3. Landeskundliche Institute nnd Einrichtungen.

Dieser allgemeinen Übersicht über die landeskundliche Erforschung unserer Kolonie durch Expeditionen uud einzelne Reisende fügen wir einige Angaben über die vom Reich eingerichteten ständigen wissenschaftlichen Institute uud Organisationen hinzu. In erster Linie steht das meteorologische Stationsnetz, das unter der dankenswerten Mit­arbeit der Missionen über 110 Beobachtungsstationen verfügt, von denen neben der Haupt­station Daressalam 30 Wetterwarten höherer Ordnung sind ^Mschr. O. A. 1907/03; 8, 82^. Schon ist es möglich, sich von den klimatischen Elementen des Schutzgebietes ein zusammenhängendes Bild zu machen, was auch für die wirtschaftliche Beurteilung der einzelnen Landesteile von größter Wichtigkeit ist (f. unsere Klimakarten). Um die Einrich­tung und den Betrieb des meteorologischen Dienstes haben sich vor allem H. Maurer, C. Uhlig, P. Heidke verdient gemacht.

Weniger umfassend ist bisher die kartographische Aufnahme Ostafrikas organi­siert. Noch immer ist es in der Hauptsache einzelnen Reisenden, Offizieren und Beamten überlassen, Aufnahmen nach Belieben und Können zu machen. Der früher so lebendige Eifer hat aber sehr nachgelassen, da die Beamten und Offiziere fast ganz durch wirtschaftliche