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Ostafrika.
Große Räume im Nordwesten und Westen Deutsch-Ostafrikas bis hinab zum Rukwa- see hat 1897 Hauptmann Langheld durchmessen und ihre Art ausgezeichnet geschildert. Das gleiche gilt von den 1896—98 ausgeführten Reisen des Leutnants Engelhardr im Süden des Schutzgebietes am Rowuma, in Ungoni, Ost-Njassaland, Uhehe, Ulanga- Rufidji. Zu den größten und geographisch wertvollsten Reisen gehören auch die des Leutnants Glauning (1896, 1900) im abflußlosen Gebiet des Großen Ostafrikanischen Grabens, im Njassaland, am Rukwasee, Tanganjika, Unjamwesi, wiederum im abflußlosen Gebiet, am Kilimandjaro, und zurück zur Küste. Die Reise fällt größtenteils mit jener der „Pendelexpedition" (f. unten) zusammen.
Damit kommen wir auf die wisseuschaftlichen Expeditionen zu sprechen, die von Akademien oder Stiftungen oder vom Kolonialamt zu bestimmten fachkundlichen Zwecken ausgesandt worden sind. Voran steht die geologische Forschungsreise W. Bornhardts, die 1895—97 fast den ganzen Süden und Südosten, aber auch weite Landstriche des Nordostens unserer Kolonie umfaßte und die feste und breite Grundlage für die geologische Kenntnis Deutsch-Ostafrikas gab IM. Nicht minder wichtig sind die Forschungen A. Fülle- borns 1897—1900, die das Rowumagebiet Njassaland, Ubena, Uhehe, Ussangu umfaßten und für die Zoologie und Ethnographie unseres Schutzgebietes ebenso Großes leisteten wie Bornhardts Arbeiten für die Geologie ^178. 425^. Die Reisewerke dieser beiden Forscher reihen sich dem Buch Stuhlmanus vollwertig an.
Teilweise gleichzeitig mit Fülleborns Reise wurde die mit astronomischen Ortsbestimmungen uud Schwerkraftmessungen betraute „Pendelexpedition" E. Kohls chütters und des schon genannten Leutnants Glauning 1899—1900 ausgeführt, die nicht nur für die Kartographie des Schutzgebietes wichtige Ergebnisse brachte, sondern auch vortreffliche geographische Schilderungen der durchzogenen Länder am Njafsa, Rukwasee, Tanganjika, auf dem Zentralplateau, am Großen Ostasrikanischen Graben u. s. s. ^290. 407^. Auch die beiden Forschungsreisen des Bergassessors Dantz, der im Auftrag des Kolonialamtes die bisherigen geologischen Untersuchungen Deutsch-Ostafrikas fortsetzte, fallen in die Jahre 1898—1900. Er bereiste zuerst die Ostländer des Tanganjika und die Gebiete auf der Route Udjidji-Uschirombo-Muansa-Ufchaschi-Jssansu-Jraugi und durchwanderte dann Uluguru, den oberen Rufidji, Donde, Ungoni, Njassa, Rukwa, Ussangu, Uhehe, überall wertvolle geologische Beobachtungen anstellend ^41^.
1904—05 folgte diesen wissenschaftlichen Rundreisen die vom „Kolonialwirtschast- lichen Komitee" in das südliche Deutsch-Ostafrika ausgesandte Eisenbahnexpertise von P. Fuchs und teilweise I. Booth nach Donde, Ungoni, Njassa, dem Zwischenplateau, Tangaujika, Rukwa, Ubena, Uhehe usw. und 1906—07 die zu gleichem Zweck in das mittlere und nördliche Deutsch-Ostafrika entsandte Expertise von P. Fuchs und teilweise A. Haut er nach Ussagara, Jrangi, Wembäregraben, Unjamwesi, Tanganjika, Urundi, Kiwu, Ruanda, Victoriasee, Jssansu, Kilimandjaro, Küste. Beide Reisen haben neben reichem wirtschaftlichen Unterfuchungsmaterial eine große Fülle geographischer Beobachtungen heimgebracht ^125. 130^.
2. Reisen in engeren Gebieten oder zn speziellen Zwecken.
Andere größere Reisen, die entweder mehr lokale Forschung bezweckten oder geographisch weniger fruchtbar waren als die genannten, fassen wir in der folgenden Übersicht