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A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
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breiten Blättern, die mit ihren Blattspitzen kletternde Flagellaria indica und die das Gesträuch oft dicht bedeckende, unseren Flachsseiden ähnliche Lauracee Cassytha filiformis werden ebenfalls bisweilen an der Grenze der Mangroveformation angetroffen.

Auf den salzhaltigen Sandflächen in und zwischen den Mangrove­beständen bilden stellenweise die meist auf dem Boden liegenden, aber auch aufrechten und bis zu 2 m hohen Sträuchcr der Chenopodiacee Suaeda monoica die einzige Vegetation. Eine andere Chenopodiacee, welche zwischen den Mangroven oft grosse Flächen bedeckt, ist Arthrocnemum indicum.

Verwerthung der Pflanzen der Mangrovenformation.

An und für sich bildet die Mangrovenformation einen vortrefflichen Schutz für alles dahinterliegende Land gegen die Abspülung durch die Müsse und das Meer; es wird daher im Allgemeinen diese Formation in ihrer Entwicklung möglichst wenig zu stören sein. Nichtsdestoweniger wird eine mässige Aus­holzung unschädlich sein, wenn in nicht zu grossen Abständen fruchttragende Bäume erhalten bleiben, die für Nachwuchs sorgen. Die Mangrovenbäume liefern nicht blos gutes Bauholz, sondern sie enthalten auch in allen Theilen so reichlich Gerbstoff, dass vielleicht auch mit Rücksicht darauf ihre Verwerthung ins Auge zu fassen ist.

Ib. Pflanzen des salzhaltigen, sandigen Strandlandes.

Auf salzhaltigem, sandigem Boden, unmittelbar am Strand, aber für ge­wöhnlich ausserhalb des Bereiches der Ebbe und Eluth, finden sich mehrere Gräser und einige andere krautartige Pflanzen, sehr viele darunter mit zahlreichen biischelig angeordneten oder radial-ausstrahlenden und dem Boden anliegenden Zweigen (hier mit einem * bezeichnet), wie dies bei Pflanzen eines oft befeuchteten sandigen Bodens ziemlich häufig der Mall ist. Es sind dies: Panicum (Digitaria) argy rot rieh u m, :,: P. (Brachiaria) leucacran thum, :,1, P. (B rachiari a) gern i 11a- tum, *fPaspalus distichus, grosse Mächen überziehend und oft noch im Bereiche der Fluth, Sporobolus virginicus, ein weit verbreitetes, starres Dünengras mit reichlicher unterirdischer Sprossung, Cynodon Dactylon, oft grosse Flächen bedeckend, f Chloris myriostachya, Eragrostis multiflora (If. laetcvirens K. Sch. in Englcr, Gliederung d. Veget. v. Usambara, S. 12), Cyperus rotundus, * Boerhavia repens und * diffusa, * Achyranthes aspera, Mollugo Ccrviana, sehr häufig, *fSesuvium Portulacastrum, mit dicken, fleischigen Blättern, oft grosse Strecken bedeckend, fPolanisia strigosa, 7 Tribulus cistoides, fSida capensis, * f Pretrca zanguc- barica, Citrullus vulgaris. Nur wenige der hier aufgezählten Kräuter fehlen landeinwärts, sie sind durch ein vorgesetztes f bezeichnet. Vereinzelt kommen auf diesen Sandflächen auch einige Sträuchcr vor, nämlich die an tropischen Küsten verbreitete Caesalpinia Bonducella Roxb. und die bis 1,25 m hohe Colubrina asiatica, mit nicderliegenden Aesten und Zweigen und mit breit-eiförmigen Blättern.

Ic. Formation der felsigen Küste.

Auf Korallenfels an der Küste werden einige dauerblättrigc Sträuchcr (höchstens bis zu 56 m Höhe) angetroffen, so bei Tanga: Gassi nc Schwei n- furthiana und aethiopica, Phyllanthus floribundus, fSidcroxylon inerme, alle mit ± länglich-eiförmigen Blättern und kleinen Blüthen, durch­wuchert von Cassytha filiformis und dem sehr auffallenden Asparagus