Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
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dieser Art sind oft sehr dicht und die mit gegenständigen lanzettlichen immer­grünen Blättern besetzten Zweige bilden oft eine dichte grüne Wand.

An den llauptstämmen treten unter rechtem Winkel allseitig zahlreiche hellbraune Stützwurzeln hervor, welche sich dann unter dem Einfluss ihres Gewichtes abwärts neigen, und im weiten Bogen in das Wasser hinab senkend schliesslich den schlammigen Boden erreichen, wo sie kleine Nähr­wurzeln entwickeln. So wird an der Basis der Bäume ein breites elastisches Gerüst geschaffen, welches sie befähigt, auch in dem lockeren Schlammboden gegenüber den Wirkungen des hcrab- strümenden Flusswassers und der Wellen des Meerwassers Stand zu halten. Auch von den Zweigen des Baumes, namentlich grösserer Exemplare, entspringen Luftwurzeln, welche vertikal zum Schlamm hinabwachsen und welche meist in einigen Abständen von ihrem Ursprungsorte auch Stützwurzeln entwickeln, die sich so wie die am-Hauptstamm entstandenen Stiitzwurzeln verhalten. In den Blatt­achseln stehen 25 Blüthen in dichotomen oder trichotomen Bliithenständen; aus den Blüthen gehen die beerenartigen, verkehrt bimförmigen Früchte hervor, welche nur einen Samen enthalten.

Fig. I. Mangrovelandschaft mit Rhizophora mucronata.

Die beiden Keimblätter des Keimlings sind mit einander verwachsen und von reichlichem Nährgewebe umschlossen, das Stämtnchen oder Hypokotyl des Keimlings ist an der Spitze der Frucht und meist nach dem Boden hingekehrt; es durchbricht den Scheitel des Samens und der Frucht und wächst in Ver­bindung mit derselben bis zu einer Länge von durchschnittlich 40 cm, bisweilen sogar von 1 m heran, wobei zu beachten, dass dasselbe nach unten keulenförmig verdickt ist. Schliesslich lösst sich diese junge Pflanze von der Frucht, zugleich aber auch von ihren Keimblättern los, welche bis dahin dazu dienten, die Stoffe des Nährgewebes dem Stämmchen zuzuführen. In Folge des starken Gewichtes am Grunde fällt die junge Pflanze, welche an der Spitze das Knöspchen trägt, senkrecht in den Schlamm und entwickelt nach wenigen Stunden Seitenwurzeln, welche sich im Boden befestigen. Dieser Vorgang verläuft meist günstig zur