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\V. Weissermel.
Querschliff zeigt in besser erhaltenen Exemplaren 15 —16 Septen in zwei Ordnungen entwickelt, meist im Zentrum mit einander verwachsen, wodurch eine Art falschen Säulchens entstehen kann. Stellenweise sind Reste eines dritten Cyklus vorhanden. Die Theka ist kräftig.
Die geringe Zahl der mit einander verwachsenden Septen, die Entwicklung derselben in zwei vollständigen und einem angedeuteten Cyklus, sowie die Dimensionen der Aeste stimmen gut zu der Art des Schweizer Corallien. Eine ganz sichere Identifikation der zerbrochenen Stücke ist jedoch nicht möglich.
Nur mit Vorbehalt führe ich diese zierliche Form von Yumbulu an. Das dunkle, eisenhaltige Gestein erinnert mehr an dasjenige von Mameha, besonders die Stücke mit Thamnastraea lamellosa, von denen es allerdings durch die mehr thonige Beschaffenheit abweicht. Eine Verwechselung des Fundortes erscheint nicht ausgeschlossen.
III. Fundort am Westabfall des Mbinga-Rückens in der Landschaft Matumbi, nordwestlich von Kilwa (Jura-Fundort IX G. Müller’s).
Cycloseris pusilla n. sp.
Taf. XXVI, Fig. 5, 5a.
Die beiden vorliegenden Exemplare bilden kleine, ganz flache Scheiben von nicht ganz 1 cm Durchmesser und 2 mm Höhe mit annähernd horizontaler Oberfläche und gerundetem Rande. Die Septen sind dicht gedrängt, ihre Ge- sammtzahl beträgt über 100. Sie scheinen in fünf Cyklen angeordnet zu sein, doch ist es schwer, die Cyklen zu unterscheiden, da die meisten Septen bis in die Nähe des Zentrums reichen, wo sie sich allmählich an Länge abstufen. Die Septen sind in ihrem Verlaufe leicht hin und her geknickt; häufig legen sie sich mit ihren inneren Enden an einander und bilden so einen spitzen Winkel, häufig Septen niederer Ordnung in diesen einschliessend. Ein aus dem Gestein herauspräparirter Theil der Unterseite zeigt keine-Spur von Epithek. Ausser Pseudosynaptikeln, die von den Knickungsstellen der Septen ausgehen, erkennt man stellenweise noch stabförmige Verbindungen zwischen den Septen, die wohl als echte Synaptikeln anzusehen sein dürften, was im Verein mit den an ihren inneren Enden verwachsenen Septen diese Form zu Cy closeris stellen würde. Auch das Fehlen einer Epithek stimmt zu dieser Gattung, wenn es auch nur ein Merkmal von untergeordneter Bedeutung ist, ebenso wie das Angeheftet- oder Freisein. Früher hat man allerdings in dem Fehlen der äusseren Schutzhülle bei unserer Gattung einen Hauptunterschied gegen Cyclolites gesehen, Pratz 1 ) hat aber auf die geringe Bedeutung dieses rein äusserlichen Merkmals hingewiesen und eine natürliche Begrenzung gegeben.
Das Auftreten einer Cy closeris im Jura ist von besonderem Interesse, da die Gattung bisher erst von der Kreide ab bekannt war. — Die nächsten Verwandten der zierlichen afrikanischen Art dürften Cy closeris cenomanensis M. E. und H. aus dem Cenoman Frankreichs 2 ), der bayerischen Alpen 3 ) und vielleicht auch der Krim 4 ) und deren Nachkomme Cycloseris procincialis M. E. und H. aus dem französischen Turon 5 ) sein, von denen besonders erstere fast nur durch die etwas weniger zahlreichen und dichten Septen abweicht, so dass man in C. pusilla wohl die Stammform derselben sehen darf.
*) Eocänkorallenaus der libyschen Wüste und Aegypten, Palaeontographica Band 30, 1883, p. 224.
2 ) Promentel, Paleontologie frangaise, Terrain Cretace, Tome VIII, Zoophytes 1877—S7 p. 372, t. 49, f. 2.
3 ) Sohle, Geologische Aufnahme des Labergebirges, Geognostische Jahreshefte des K. Bayerischen Staates, Band 9, 1S97, P* 42.
4 ) Solomko 1. c. p. 98.
'V Fromentel, 1 . c. p. 371, t. 49, f. 3, t. 79, f. 1.