ZWEI UND ZWANZIGSTES KAPITEL.
Bereisung der Inseln Sansibar und Pemba.
Vom 21. Oktober bis 7. November 1897.
A. Verlauf der Reise.
Nachdem ich die geologischen Verhältnisse des Küstengebietes auf einer Reihe von Reisen kennen zu lernen Gelegenheit gehabt hatte, empfand ich den lebhaften Wunsch, zum Schlüsse auch die der Küste vorgelagerten Inseln zu besuchen, um über die Beziehungen, welche zwischen ihrem geologischen Aufbau und demjenigen des Küstengebietes bestanden, ein Urtheil zu gewinnen. Eine kurze Bereisung der Insel Mafia mit ihren Nebeninseln hatte. bereits im Oktober stattgefunden. Ueber die dabei erzielten Ergebnisse ist im zwanzigsten Kapitel berichtet worden. Die Zeit vom 21. Oktober bis 8. November benutzte ich nunmehr zu einem Besuche der beiden anderen grossen ostafrikanischen Inseln, Sansibar und Pemba.
Die Sansibar - Regierung ertheilte mir auf den ihr vom Kaiserlichen Gouvernement in Dar-es-Salam übermittelten Wunsch auf das Bereitwilligste die Erlaubniss zur Ausführung meiner Streifzüge und that darüber hinaus Alles, was geschehen konnte, um den Zweck meines Unternehmens zu fördern. Ein Beamter der Regierung, Herr J. T. Last, bekannt durch seine geographischen und sprachwissenschaftlichen Forschungen in Deutsch- und Portugiesisch-Ost- afrika und auf Madagaskar, begleitete mich auf den meisten Ausflügen. Da Herr Last als Oberleiter der von der Regierung unternommenen Wegebauten ein offenes Auge für die geologischen Verhältnisse der Insel Sansibar gehabt hatte, konnte er mich zu einer Reihe von Aufschlussstellen und Petrefakten- Püindplätzen hinführen, die ich ohne seine Hilfe bei so kurzem Aufenthalt nicht gefunden haben würde.
Ich hatte ausserdem die Freude, auf dieser Reise und auf der sich daran anschliessenden letzten Reise durch die Umgebung von Tanga von meinem Nachfolger, Herrn Bergassessor Dr. Dantz, begleitet zu werden. Unser Beisammensein führte zu einem lebhaften Meinungsaustausche, dem ich manche Anregungen verdanke, und durch den sich meine Vorstellungen über die geologischen Verhältnisse der bereisten Gebiete nach mancher Richtung hin geklärt haben.
Der Verlauf der Reise war folgender:
Am 21. Oktober fuhren wir auf dem Gouvernements-Dampfer »München« von Dar-es-Salam nach Sansibar. In den Tagen vom 23. bis 25. Oktober wurde ein Ausflug von der Stadt Sansibar über Dunga nach Tshuaka an der Ostküste der Insel und von da über Dunga und den Hätajui-Hügel nach Sansibar zurück unternommen. Am 26. Oktober folgte ein Ausflug nach dem