Marsch von \\'ino ayonr;o bis 1 )ar - cs - Salam.
403
6. 11. IO. 97. Vom Süd ab fall des Wingayongo-Hügels. Ein von bituminöser
Substanz durchsetzter und schwefelhaltiger sandiger Humusboden, gebildet unter dem Einflüsse verwitternder Blöcke des schwefelhaltigen Sandsteins (1 bis 3).
7. 11. 10. 97. Wie cor. Ausscheidung von gediegenem, krystallisirtem
Schwefel in dem Humusboden (6) mit wohlerhaltenen recenten Blättern.
8. II. io. 97. Von einem der Sinterkegel an den heissen Schwefelquellen con
Nyunyuni. Lichtgrauer, fester, ziemlich dichter Sinterkalk.
9. 11. 10. 97. Wie cor. Desgleichen schrattenförmig zerfressen.
10. 11. 10. 97. Wie cor., jüngste Sinterbildung. Gelblichweisser, schaumiger
Sinterkalk.
11. 11. 10 97. Aus den heissen Schwefelquellen von Nyunguni. Erdiger
Schwefel.
II. Marsch von Wingayongo bis Dar-es-Salam. *
12. bis 16. Oktober 1897.
1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Der Höhenrand, welcher in der Gemarkung Wingayongo erreicht wurde, begrenzt ein Erhebungsgebiet von hügeligem, zum Theil aber auch plateauartigem Charakter, das sich von hier aus nach Norden bis an die breite, von dem Ndilila- und dem Mbessi-Bache durchflossene Landsenke erstreckt, nach Westen zu dem ebenen zwischen dem Rufiyi und der Plateaulandschaft von Usaramo gelegenen Steppengebiete abfällt, und sich küstenwärts allmählich zu einem flachwelligen Gelände zu erniedrigen scheint. Seine grössten Seehöhen erreicht es mit 250 bis 270 m in den durch das Bumbathal von einander getrennten Plateaus von Yantigua und Mssolo, die mit einigen anderen in der Nähe sichtbaren Plateauresten ursprünglich ein zusammenhängendes Plateau gebildet zu haben scheinen. Die jenseits Mssolo folgende Landsenke wird auf der Nordseite von dem Anstiege zu der Plateaulandschaft des westlichen Usaramo begrenzt. Die Senke hat keinen ebenen sondern leicht welligen Boden, dessen Seehöhe sich zwischen 75 m im Thale des Ndilila-Baches und 120 m auf den Bodenwellen bewegt.
Nach Durchquerung der Senke folgt der Weg in einem Abstande von 12 bis 15 km dem Ostrande des Usaramo-Plateaus, indem er durch ein leicht hügeliges Gelände mit grössten Seehöhen von 100 bis 150 m verläuft. Dieses Gelände reicht unter allmählicher Erniedrigung auf Höhen von 50 bis 60 m bis an den Dar-es-Salamer Kriek bei Mtoni heran.
2. Geologie (Uebersicht). Nach dem Verlassen der Sandstein-Aufschlüsse von Wingayongo werden bis Dar-es-Salam nirgends mehr Aufschlüsse in festen Gesteinsschichten angetroffen. Als älteste Schichten treten in der Landsenke nördlich von Mssolo in den Thälern des Ndilila- und des Mbessi-Baches dunkle fette Thone zu Tage. Sie werden vermuthlich mit den im westlichen Usaramo weitverbreiteten Thonen gleichaltrig sein und also der oberen Kreide angehören. Im Uebrigen weist das durchwanderte Gebiet nur lockere, lehmige und sandige Schichten auf. Das Erhebungsgebiet im Süden der Landsenke enthält einen lebhaft röthlich gefärbten sandigen Lehm, der nur oberflächlich durch Auswaschung vielfach in lehmigen Sand umgewandelt ist. Er stimmt völlig mit den Lehmen überein, die wir in Usaramo, von den Pugu-Bergen bis Manero- mango und noch weit darüber hinaus, verbreitet gefunden haben, und wird danach den » Mikinclani-Schichten « zuzurechnen sein. In dem bis Dar-es-Salam durchwanderten Hügellande sind ähnliche Lehme ebenfalls noch an manchen Punkten erschlossen, sie werden hier aber oberflächlich meist von lehmigen Sanden über-
26*