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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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EINUNDZWANZIGSTES KAPITEL.

Reise von Mohorro über die Schwefelthermen von Nyunguni nach Dar-es-Salam.

Vom 9. bis 16. Oktober 1897.

A. Verlauf der Reise.

ln drei kurzen Tagemärschen wurde von Mohorro aus in nordwestlicher Richtung die Gemarkung Nyunguni auf der Nordseite des unteren Rufiyi auf­gesucht, woselbst seit mehreren Jahren Schwefelthermen bekannt waren, deren geologischer Ursprung festgestellt werden sollte.

In den Tagen vom 12. bis 16. Oktober wurde alsdann der Weitermarsch nach Dar-es-Salam zurückgelegt, der durch die östliche Hälfte der Landschaft Usaramo führte.

Die geologischen Ergebnisse der Reise waren ziemlich dürftig. Das durchreiste Gebiet erwies sich als überaus arm an Aufschlüssen, die über das Alter des Untergrundes hätten Auskunft geben können.

B. Ergebnisse der Reise.

I. Marsch von Mohorro bis Wingayongo.

Vom 9. bis 11. Oktober.

1. Durchquerung der Rufiyi-Niederung. Auf dem ersten kurzen Tage­marsche von Mohorro bis Tananga wurde der Rufiyi nach Passirung mehrerer unbedeutender, zur herrschenden Jahreszeit ganz trockenen Altarmen und nach Be­rührung des an dieser Stelle auf etwa 1 km verbreiterten Lula-Armes bei Kilindi überschritten. Der Fluss besitzt an der Uebergangsstelle ein 150 bis 200 m breites Bett, das von 5 bis 7 m hohen, meist steilen Ufern eingefasst ist, und in welchem gegenwärtig die ganze Wassermasse des Flusses abgeführt wird.

Auf dem nördlichen Ufer führte der Weg bis zur Gemarkung Ssule auf 18 km Länge nahe am Flusse aufwärts. Der Fluss ist innerhalb dieser Strecke bei Tanange auf etwa 70 m eingeengt. Weiter oben erweitert er sich wieder auf durchschnittlich 120 m.

Von Ssule bis No wo, wo der nördliche, scharf bezeichnete Thalrand er­reicht wurde, verlief der Weg in nordwestlicher Richtung noch auf 7 km Länge über ebenen Alluvialboden des Rufiyi. Auch hierbei wurden zwei unbedeutende, trockene Altarme überschritten.