ZWANZIGSTES KAPITEL.
Besuch der Inseln Mafia, Tshole und Dyuani und Fahrt von Mafia nach der Gouvernements-Plantage Mohorro.
Vom 30. September bis 8. Oktober 1897.
A. Verlauf der Reise.
Nach der Ausführung einer Reihe von Reisen im Küstengebiete Deutsch- Ostafrikas hegte ich den Wunsch, auch die der Küste vorgelagerten Inseln zu besuchen, um ihren geologischen Aufbau mit dem der Küste vergleichen zu können. Das Gouvernement kam meinem Wunsche in bereitwilliger Weise entgegen, indem es mir zunächst den Dampfer »Wami« zu einer Ueberfahrt von Kilwa Kissiwani nach Mafia zur Verfügung stellte. Der Dampfer brachte meine Karawane am 30. September nach der nahe der Siidostkiiste Mafias auf einer kleinen, kaum 1 qkm grossen Insel gelegenen Zollstation Tshole. Nachdem ich von hier aus am 1. und 2. Oktober die Insel Tshole selbst nebst der ihr benachbarten Insel Dyuani auf mehreren Ausflügen kennen gelernt hatte, fuhr ich am 3. Oktober auf einer zu dem Zwecke gemietheten Dhau an der Süd- und Westküste Mafias entlang bis zu der vom Gouvernement im Jahre 1896 gegründeten Viehstation Mssikitini. Die Strecke von Dongo kundu über Ngombeni bis zur Westspitze der Insel, Kissimani Mafia, wurde dabei zu Land zurückgelegt.
Von Mssikitini wanderte ich am 4. und 5. Oktober südwärts über Kidakuli, Upenya, Tireni und Ngombeni nach Dongo kundu an der Südwestküste Mafias und kehrte von dort am 6. Oktober zu Wasser nach Tshole zurück.
Am 7. Oktober erfolgte die Rückfahrt von Tshole nach dem Festlande, das an der Südgrenze des Rufiyi-Deltas, an der Mündung des Mohorro-Armes, erreicht wurde. Zu dieser Fahrt, sowie zu der am 8. Oktober unternommenen Fahrt im Mohorro-Arme aufwärts, bis zu der Gouvernements-Plantage Mohorro, stand wieder der Dampfer »Wami« zur Verfügung.
Bei der Bereisung der Inseln hat mir O. Baumann’s Schrift über: »Die Insel Mafia und ihre kleineren Nachbarinseln«*) in mancher Beziehung gute Dienste geleistet. Die geologischen Verhältnisse der Inseln sind von Baumahn nur flüchtig gestreift und theilweise irrthümlich gedeutet. In dieser Beziehung dürften die folgenden Mittheilungen eine Ergänzung der Arbeit Baumann’s bieten.
") \\ issenschultliehe Veröffentlichungen dos Vereins für Erdkunde zu Leipzig-. Bd. III. S. i. 1896.