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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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lioitrland im Süden der M^eln-Kbcne.

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Von Behobeho aus wurde eine Besteigung des Hatambulo-Berges (J. Thomsons Mount Johnston) als der Haupterhebung des zwischen Kissakki und dem Rufiyi sich ausdehnenden Sandsteingebietes vorgenommen. Auf dem Weitermarsche bis Kibambawe kwa Kungulio am Rufiyi wurden die am Ost­rande des Berglandes nahe dem Taggallala-See entspringenden heissen Quellen besucht.

Am Nordufer des Rufiyi aufwärts führte der Weg danach zu der Ein­mündung des Ruaha in den Rufiyi und weiter zu dem Tendefua-Falle des Ruaha hin. Von hier wurde in nordwestlicher Richtung vom Ruaha abgebogen und nach dreitägigem Marsche über Hobola und Kilengue kwa Ussengo am > 31. Juli der Ausgangspunkt der Reise, Kissakki, wieder erreicht.

Die Reise hatte insofern ein negatives Ergebniss, als sich herausstellte, dass das vom Hatambulo-Berge bis an den Rufiyi und den Unterlauf des Ruaha reichende Sandsteingebiet frei von Kohlen war.

Die am 11. September von Kissakki aus angetretene neue Reise begann mit einem auf dem gewöhnlichen Karawanenwege ausgeführten Marsche über Dakawa und Behobeho nach Kungulio am Rufiyi. Der ursprüngliche Plan, von hier aus dem Rufiyi und seinem Nebenflüsse, dem Luvegu, bis nach Ungoni aufwärts zu folgen und danach etwa durch das südliche Donde nach der Küste zurückzukehren, um dabei über die Verbreitung der Sandstein-Formation nach Süden und Südosten Beobachtungen zu sammeln und festzustellen, ob die Formation in ihrem südlichen Bereiche nicht irgendwo Kohlen enthalte, musste bei reiflicher Ueberlegung fallen gelassen werden, da die P 3 xpeditions-Ausriistung nach mehr­monatiger Abwesenheit von der Küste für eine so weitgehende Unternehmung nicht mehr ausgereicht haben würde, und in der herrschenden Trockenzeit auch Gefahren in P'olge von Wassermangel in dem meist unbewohnten und noch sehr wenig bekannten Gebiete drohten. Die Unternehmungen wurden statt dessen auf einen Besuch der in der »Pangani«-Enge des Rufiyi gelegenen Stromschnellen, die auf der früheren Reise nicht genügend hatten untersucht werden können, und auf eine Besteigung des 11 km südlich von Kungulio ver­einzelt aufragenden Luhembero-Berges beschränkt. Eine Auffindung von Steinkohlenspuren war auch auf diesen Ausflügen nirgends möglich.

B. Ergebnisse der Reisen.

1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Die breite Mgeta-Ebene, in deren Mitte die Station Kissakki gelegen ist, findet im Süden ihre* Grenze an einem Berglande, das sich in seinen höchsten Gipfeln bis zu Höhen von 700 m über dem Meere erhebt, in seiner mittleren Höhe aber kaum über 500 m, d. i. 300 m über der Mgeta-Ebene, hinausgeht.

Das Bergland reicht südöstlich bis an den Rufiyi oberhalb Kibambawe kwa Kungulio heran. Es gliedert sich ziemlich scharf in zwei Komplexe, einen nordwestlichen, der sich in einer Breite von 5 bis 10 und einer Länge von 30 km längs des Südrandes der Mgeta-Ebene hinerstreckt, und einen süd­östlichen, der sich mit mehr gerundetem als gestrecktem Grundriss zwischen Behobeho und dem Rufiyi ausdehnt.

Während der erste Komplex in unregelmässig rundlichen Kuppen gipfelt und durch flach gestaltete, aber tief hinabreichende Lücken in eine Reihe fast von einander unabhängiger Erhebungen getheilt erscheint, ist der zweite Komplex durch Vorherrschen der Tafelform ausgezeichnet und besitzt eine einheitliche breite Basis, auf welche die höheren Erhebungen wie auf eine Plateaufläche aufgesetzt sind.

Die Hauptabschnitte des ersten Komplexes sind von Westen nach Osten:

der Bergrücken von Madyi ya Weta, Seehöhe etwa 450 m,

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