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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
338
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ACHTZEHNTES KAPITEL.

Ausflug von Kissakki nach den heissen Quellen

Madyi ya Weta.

18. und 19. Juli 1897.

Reise von Kissakki über Behobeho und den Hatambulo- Berg nach Kibambawe kwa Kungulio, von da am linken Rufiyi- und Ruaha-Ufer aufwärts bis zu den Tendefua- Fällen des Ruaha und weiter über Hobola und Kilengue kwa Ussengo zurück nach Kissakki.

Vom 19. bis 31. Juli 1897.

Reise von Kissakki über Behobeho und Kibambawe kwa Kungulio am rechten Rufiyi-Ufer aufwärts bis zu den Stromsehnelien in derPangani u -Enge des Rufiyi. Auf dem Rückwege nach Kibambawe Ausflug nach

dem Luhembero-Berge.

Vom 11. bis 17. September 1897.

A. Verlauf der Reisen.

Die in der Ueberschrift aufgeführten Reisen sollen hier, obwohl sie zeitlich durch die vom 2. August bis 7. September unternommene Bereisung des Uluguru-Gebirges (Kapitel XVII) getrennt sind, im Zusammenhänge behandelt werden, da sie sich über ein und dasselbe, landschaftlich als Einheit erscheinende Gebiet, das Bergland im Süden der Ebene von Kissakki, erstreckt haben.

Die Reisen begannen am 18. Juli mit einem Ausfluge nach den 9 km südwestlich von Kissakki gelegenen heissen Quellen »Madyi ya Weta«. Die Absicht, von hier am Rande des Berglandes entlang nach Osten zu gehen, wurde aufgegeben, da in dem unbesiedelten Gebiete alle Wege fehlten. Es wurde statt dessen am 19. Juli zunächst Kissakki wieder aufgesucht. Von hier blieb schliesslich auch nichts weiter übrig, als ohne Weg vorzugehen, um von dem im Süden gelegenen Berglande überhaupt etwas kennen zu lernen. Die Schwierigkeiten waren dabei so gross, dass zur Zurücklegung der nur 18 km langen Strecke bis zum Vilansi-Bache mehr als zwei Tage erforderlich waren. Der Mangel an Wegen hat auch im weiteren Verlaufe der Reise viel zu schaffen ge­macht. Die Tagemärsche sind daher grössentheils recht kurz gewesen. Immerhin haben sich die Schwierigkeiten auf den späteren Märschen leichter überwinden lassen als in der ersten Strecke.