SIEBZEHNTES KAPITEL.
Reise von Kissakki am Mgeta aufwärts über Ssegesse, Kong’ho und Mlali nach Mrogoro am Nordfusse des Uluguru-Gebirges; Durchstreifung der Berglandschaft von Mindu und Nguru wa Ndege; weiter durch die Osthälfte des Uluguru-Gebirges und um dessen Südfuss herum in den Thalkessel des oberen Mbakana und von da zurück nach Kissakki.
Vom 2. August bis 7. September 1897.
A. Verlauf der Reise.
Nachdem am 18. Juli die Militärstation Kissakki erreicht war, wurde in der Zeit bis zum 31. Juli zunächst das im Süden von Kissakki gelegene, bis an den Rufiyi und den Unterlauf des Ruaha reichende Bergland durchstreift. Ich stelle die Beschreibung dieser. Reise noch zurück, um sie im achtzehnten Kapitel mit der das gleiche Gebiet berührenden Reise von Kissakki über Kibambawe nach der Pangani-Enge des Rufiyi und dem Luhembero-Berge zu vereinigen. Im vorliegenden Kapitel soll zunächst die im August und zu Anfang September ausgeführte Bereisung des Uluguru-Gebirges und der Berglandschaft von Mindu und Nguru wa Ndege behandelt werden.
Die Reise hatte den Zweck, mehrere Vorkommnisse von Glimmer und Graphit, über welche von G. Lieder und Stuhl mann kurze Berichte Vorlagen, auf ihre Ausbeutungsfähigkeit zu untersuchen. Zu dem Zwecke wurde zunächst der Ort Kikoya kwa Komora am Oberlaufe des Mgeta, wo nach Stuhl mann’s Bericht grossplattiger Glimmer Vorkommen sollte, aufgesucht. Es gelang hier und in der näheren Umgebung, namentlich in der Gemarkung Kong’ho, in der That, mehrere Glimmerlagerstätten aufzufinden. Die Untersuchung derselben hatte aber nur ein mässiges Ergebniss. Da nach einem Berichte G. Lieder’s anzunehmen war, dass in den Mindubergen weit bessere Lagerstätten vorhanden seien, wurde beschlossen, vor einer genaueren Durchforschung des Stuhlmann’schen Gebietes, die viel Zeit gekostet haben würde, erst die Fundstätten Lieder’s zu besuchen. Der Marsch dahin blieb ohne positives Ergebniss und führte nur zu der Ueberzeugung, dass Lieder den Werth seines Fundes weit überschätzt hatte. Nachdem sich auch ein Glimmervorkommen, das den Missionaren der Station Mrogoro in der Gemarkung Kigambue eine Stunde östlich von Mrogoro bekannt war, als unabbauwürdig erwiesen hatte, erschien es wünschenswerth, die Untersuchung des Stuhlmann’schen Gebietes wieder aufzunehmen. Vor der