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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
184
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ELFTES KAPITEL.

Reise von Langenburg über Ikombe, Manow und Muakaleli nach Rungue und über Manow und Ikombe zurück nach Langenburg.

Vom 3. bis 16. Dezember 1896.

A. Verlauf der Reise.

Nachdem am 28. November 1896 der kommissarische Bezirksamtmann v. Elpons in Langenburg eingetroffen war und mich von meinem Verwaltungs­posten, den ich fünf Monate lang zu versehen genöthigt gewesen war, abgelöst hatte, beschloss ich, die Zeit, die mir bis zu der am 22. Dezember zu erwartenden nächsten Abfahrt des Wissmann-Dampfers von Langenburg noch verblieb, zu einer Bereisung des vulkanischen Berglandes im Norden des Nyassa zu benutzen. Ich hatte den Plan, von Manow aus zunächst den Kieyo zu besteigen und dann entweder von Muakaleli oder von Rungue aus eine Besteigung des grossen Rungue-Massivs vorzunehmen.

Die Ausführung dieses Planes ist mir leider nur zu einem Theile möglich gewesen, da ich gleich am ersten Reisetage so heftig am Fieber erkrankte, dass ich nur- mit Mühe und unter Verlust mehrerer Tage die Missionsstation Manow erreichte. Hier erholte ich mich in der sorgsamen Pflege, die ich bei der Familie Jauer und bei Herrn Schumann fand, zwar in wenigen Tagen wieder vollständig; meine Zeit war durch den Verlust der Krankheitstage aber so knapp geworden, dass ich die Besteigung des Kieyo und Rungue auf­geben und mich auf einen einfachen Rundmarsch von Manow über Muakaleli nach Rungue und wieder nach Manow zurück beschränken musste. Von Manow kehrte ich auf dem geraden Wege über Ikombe nach Langenburg zurück, wo ich am 16. Dezember, sechs Tage vor dem Abgänge des Wissmann-Dampfers, wieder eintraf.

Die Reise war in geologischer und topographischer Hinsicht recht interessant. Leider war ich nur im Anfänge der Reise durch meine Erkrankung und späterhin durch anhaltendes Nebel- und Regenwetter sehr in den Arbeiten gehindert. Ich habe infolgedessen von der Wegestrecke zwischen Manow und dem Nyassa überhaupt keine und von den übrigen Marschstrecken nur lückenhafte Auf­zeichnungen mitgebracht. Dieser Mangel ist umsomehr zu bedauern, als unter günstigen Umständen gerade auf dieser Reise werthvolle Ergebnisse, die für eine Verknüpfung meiner früheren, theils im Osten, theils im Westen ausgeführten Aufnahmearbeiten von Bedeutung gewesen sein würden, hätten erzielt werden können.