ZEHNTES KAPITEL.
Reisen von W. Schwarz durch das Gebiet zwischen dem Ruhuhu und Langenburg.
Oktober und November 1896.
Vorbemerkung. Die Nachricht, dass sich in der zwischen Langenburg und dem Ruhuhu östlich von den Randbergen des Nyassa gelegenen Landschaft Upangua Wahehe festgesetzt hätten, und dass eine Verbindung zwischen ihnen und den Wangoni zu befürchten sei, gab Veranlassung, Ende Oktober eine Abtheilung der Polizeitruppe zur Untersuchung des Sachverhaltes von Langenburg auszusenden. Mein Gehilfe Schwarz schloss sich der Expedition freiwillig an, um im Falle besonderer Vorkommnisse bei den Unternehmungen aushelfen zu können.
Da der von Schu r arz nachmals erstattete Bericht manche Mittheilungen enthält, die von allgemeinerem Interesse sein dürften, lasse ich ihn hier im Auszuge folgen. Die in dem Berichte enthaltenen Richtungsangaben sind, da Schwarz keinen Kompass mitgeführt hat, als unsicher zu betrachten. Die Eintragung von Schwarz’ Routen in die Karte des Nyassagebietes stellt nur einen rohen Versuch dar. Auf Zuverlässigkeit können diese Routen weder im Ganzen noch in ihren Theilen Anspruch machen.
I. Marsch von Wiedhafen über Gingama und Ruanda bis zum Ngaka- Bache und auf der Nordseite des Ruhuhu zurück nach Wiedhafen.
27. Oktober bis Anfang November 1896.
»Von Manda (Wiedhafen) marschirten wir über die hier dicht an das Nyassa-Ufer herantretenden Sandsteinberge nach dem Fischerlager Gingama, dem letzten Lager des Lindi-Nyassa-Marsches. Auf dem ersten flachen Sandsteinrücken, etwa D/2 Stunden von Manda entfernt, liegt ein kleines, aus vier Hütten bestehendes Dorf, Mlongossi. Oestlich davon verläuft der Weg über eine schwach wellige Hochfläche, in der hier und da der ziemlich grobkörnige, stark verwitterte Sandstein in flach gelagerten Bänken zu Tage tritt. Stellenweise findet man hier oben kleine Brackwassertümpel, aus denen die Wangoni durch Eindampfen ein unreines Salz gewinnen. Der ziemlich sanfte Abstieg nach dem Fischerlager führt über ein Haufwerk von losen Sandsteinblöcken, welche die anstehenden Schichten überdecken, hinweg.«
»Das Fischerlager dient fischiangtreibenden Wangoni, die hier einige leichte Grashütten gebaut haben, zu vorübergehendem Aufenthalt. Den Ueber- gang über den Fluss vermitteln einige kleine Kanoes.«
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