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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
174
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NEUNTES KAPITEL.

Reise von Langenburg nach Bulongua und zurück.

Vom 29. Oktober bis 3. November.

A. Verlauf der Reise.

Infolge von Uebergriffen, die sich ein im Kinga-Gebirge in der Nähe der Missionsstation Bulongua ansässiger Häuptling hatte zu Schulden kommen lassen, war ich Ende Oktober genöthigt, eine kurze Reise in'das Gebirge auszuführen. Die Reise führte von Langenburg über Kilelas Dorf nach der Missionsstation Bulongua und von da über Issanga und Ikombe nach Langenburg zurück. In topographischer Beziehung konnten die Ergebnisse der im Februar und März durch die Umgebung von Bulongua ausgeführten Reisen in manchen Punkten ergänzt werden. Die geologischen Ergebnisse waren gering. Zu einer Bereisung des Sandsteingebietes zwischen Bulongua und der Ruaha-Ebene reichte die Zeit, welche durch die Amtsgeschäfte in Langenburg aufs Aeusserste in Anspruch ge­nommen war, nicht aus.

B. Ergebnisse der Reise.

29. bis 31. Oktober. Von Langenburg über Kilelas Dorf nach Bulongua. Bis zum Quellgebiete des Nkande-Baches führt der Weg über einen dem Nyassaufer parallel ziehenden, scharf gratförmigen Rücken hin, der nach rechts steil zum Rumbira abfällt und sich zu einer höchsten Höhe von 1480 m, also fast 1000 m über dem Spiegel des Nyassa, erhebt. Jenseits des Rumbira sind weit bedeutendere Erhebungen sichtbar. Solche folgen auf dem ferneren Wege auch auf dieser Seite des Flusses. Ein gewaltiges Bergmassiv, dessen Meereshöhe mit 2100 m nicht zu hoch geschätzt sein dürfte, steigt mit hoher, fast senkrechter Felswand im Hintergründe des Thaleinschnittes von Ikombe empor. Der Weg berührt seinen östlichen Abfall in 1740 m Höhe. Dann führt er bis auf 1180 m Höhe steil zum Rumbira-Thale hernieder. Dieser Abstieg ist nöthig, um das jenseits des Rumbira in 1860 m Höhe nahe unter der Kuppe des Iwanueka-Berges gelegene Dorf des Häuptlings Kilela zu er­reichen. Der eigentliche Weg nach Bulongua vermeidet den Abstieg und verbleibt auf der Westseite des Flusses.

Der Rumbira stellt an der Uebergangsstelle ein 15 bis 20 m breites Ge­wässer dar, das in engem, felsigem Bette brausend dahinschäumt und ohne den vorhandenen primitiven Steg nicht zu überschreiten sein würde.