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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
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SECHSTES KAPITEL.

Von Langenburg mit dem Wissmann-Dampfer bis zur Mündung des Ndombi-Baches südlich vom Ruhuhu; Durchstreifung des Tafellandes zwischen Ndombi-Bach und Ruhuhu und Rückkehr mit dem Wissmann-Dampfer nach Langenburg.

Vom 30. April bis 21. Mai.

A. Verlauf der Reise.

Die ursprünglich auf den 27. oder 28. April angesetzte Abfahrt des Wissmann-Dampfers von Langenburg verzögerte sich bis zum 30. April, v. Eltz begleitete mich auf der Fahrt bis zum Ndombi-Bache und fuhr dann allein nach Süden weiter, um in Britisch Central-Afrika eine Reihe von Amts­geschäften persönlich zu erledigen. Da seine Gesundheit in den Monaten seit unserer Ankunft am Nyassa schwer gelitten hatte, sah ich ihn nicht ohne Be- sorgniss scheiden.

Am Ndombi-Bache traf ich Schwarz nicht mehr an. Die Verzögerung in der Dampferabfahrt hatte ihn zu dem Glauben verleitet, dass der Dampfer, ohne mich mit zurück zu nehmen, direkt nach Süden gefahren sei. Nach einer ober­flächlichen Untersuchung der im Zuflussgebiete des Ndombi-Baches thatsächlich anstehenden Steinkohlenlagerstätten war er unter Mitnahme der Expeditions- Ausrüstung in Kanoes nach Langenburg zurückgekehrt. Ich sandte sogleich Eilboten ab, um ihn zurück zu rufen, musste aber bis zum 9. Mai auf seine Rückkehr warten.

Zu grösseren Unternehmungen fehlte es mir in dieser Zeit an der nöthigen Ausrüstung. Nur kleinere Ausflüge konnten in die nächste Umgebung unter­nommen werden. Glücklicherweise war ich kurz zuvor in den Besitz des zum Inventar des Wissmann-Dampfers gehörigen Sextanten gelangt und konnte meine Müsse daher wenigstens dazu benutzen, um mich in der Handhabung dieses Instrumentes und seiner Anwendung zu geographischen Ortsbestimmungen zu üben.

Nach Schwarz Wiedereintreffen wurde die Untersuchung der in einem linksseitigen Nebenbache des Ndombi, dem Mtambalala, anstehenden Kohlen­lagerstätten fortgesetzt und vollendet, danach das Tafelland bis an den Ruhuhu durchstreift und hierbei, am Südabfalle des Kuigalo-Berges, noch ein zweites, anscheinend dem Liegenden des ersten angehörendes Kohlenvorkommen auf­gefunden. Die Aufschlüsse, in denen die Kohlen zu Tage traten, gefällsreiche Bachthäler und Regenrisse, waren im Allgemeinen so günstiger Art, dass es