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Drittes Kapitel. B. i.
Dieser Nebel war auch am 28. Februar, beim Aufstiege von Wangemannshöhe nach Bulongua, sehr hinderlich. Die Aufnahme hat an diesem Tage daher fast ganz auf die Festlegung der Route beschränkt bleiben müssen. Der Marsch war für die Träger eine starke Leistung, sowohl wegen der Länge des Weges und des starken Anstieges, von 855 m in Wangemannshöhe auf 2210 m in Bulongua, als namentlich wegen des herrschenden Regenwetters, das den Boden sehr schlüpfrig machte.
Die nächsten Tagemärsche bis Buanyi waren kurz. Sie haben dafür eine urn so reichere topographische Ausbeute gebracht, indem die häufigere Nebelfreiheit des Gebirgslandes die Zeichnung einer Anzahl von Rundbildern gestattete. Von dem Lager bei Teminyiko’s Dorf in der Landschaft Buanyi wurde am 5. März noch ein Vorstoss in nördlicher Richtung über den Kihomero-Hügel bis in das Thal des Ripera gemacht. Ein weiteres Verweilen in dem geologisch höchst interessanten Gebiete war nicht möglich, da die Reise schon länger gedauert hatte, als eigentlich beabsichtigt gewesen war, und die Lösung der Hauptaufgabe, die Aufsuchung der Kohlenlagerstätten, nicht weiter als schon geschehen verzögert werden sollte. Die Hoffnung, dass es später möglich sein werde, die Durchstreifung des Gebietes wieder aufzunehmen, hat sich in Folge meiner durch den Tod v. Eltz’s herbeigeführten Bindung an die Geschäfte der Langenburger Stationsverwaltung leider nicht verwirklichen lassen.
Der Rückweg nach Bulongua wich von dem Hinwege wenig ab. Zum Abstiege vom Gebirge wurde ein Weg gewählt, der in der Gemarkung Kisselelo nahe dem Nordende des Nyassa wieder das Tiefland erreichte.
Bei dem Abstiege machte sich die Nebelbildung wieder unangenehm geltend. Das Seitengelände konnte daher auch hier nur in unvollkommener Weise aufgenommen werden.
Ich habe auf dieser Reise zum ersten Male die später so oft wieder in Anspruch genommene liebevolle Gastfreundschaft der evangelischen Missionare des Nyassalandes, diesmal insbesondere der Herren C. Nauhaus in Ikombe, Chr. Schumann und Chr. Bunk in Wangemannshöhe und G. Hübner und R. Wolff in Bulongua, genossen. Neben einem gastlichen Heim habe ich bei den Genannten —• und ebenso in allen späteren Fällen, in denen ich mit Missionaren in Berührung gekommen bin — eine weitgehende Unterstützung in sachlicher Beziehung und ein lebhaftes Verständniss für meine Aufgaben gefunden. Die Ergebnisse meiner Reisen würden in mancher Hinsicht dürftiger ausgefallen sein, wenn sie die Förderung, welche sie von Seiten der Missionare erfahren haben, hätten entbehren müssen.
B. Ergebnisse der Reise.
I. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Der steile Randabfall der den Nyassa um 1000 bis 2000 m überragenden Kingaberge, welcher sich von Langenburg bis Matema am Nordende des Nyassa in gestreckter Linie verfolgen lässt, setzt sich in gleicher Richtung und in gleich gestreckter Form auch noch über Matema hinaus bis weit jenseits Wangemannshöhe fort. Der Abfall ist einem überaus heftigen Erosionsangriffe ausgesetzt, dessen Spuren sich in einer Zer- schlitzung aller Hänge zu zahllosen gratartig zugeschärften Querrippen und in tiefer, schluchtartiger Einschneidung aller Thäler zu erkennen geben. Aehnlich wie zwischen Langenburg und Matema, wo der Seespiegel bis unmittelbar an deii Hauptgebirgsanstieg herantritt, ohne durch ein Vorland von ihm getrennt zu sein, sieht man nördlich von Matema zuerst eine Alluvialebene, dann ein flaches Hügelland fast unvermittelt an den steilen Anstieg heranreichen. Die Alluvialebene hebt sich von Matema bis Muakapaniko’s Dorf auf 10 km Länge ganz allmählich