DRITTES KAPITEL.
Reise von Langenburg über Ikombe, Matema, Wangemannshöhe und Bulongua nach der Landschaft Buanyi und von da über Bulongua und Ikombe zurück nach
Langenburg.
Vom 25. Februar bis 11. März 1896.
A. Verlauf der Reise.
Die Aufsuchung der Steinkohlen in den hierfür in erster Linie in Betracht kommenden Gebieten, zwischen den Flüssen Ssongue und Kivira und am Unterlaufe des Ruhuhu, konnte nicht sofort nach der Ankunft in Langenburg in Angriff genommen werden, da es an Trägern und Arbeitern mangelte, die der Wissmann-Dampfer erst auf der nächsten Fahrt aus dem Süden des Nyassa, aus dem stark bevölkerten britischen Gebiete zwischen Deep-Bay und Kota-Kota, mitbringen sollte. Um in der Zwischenzeit nicht brach zu liegen, entschloss ich mich, unter Benutzung einer geringen Anzahl von Trägern zunächst einen kurzen Ausflug über die von der Berliner evangelischen Mission angelegten Stationen Ikombe, Wangemannshöhe und Bulongua in das Kinga-Gebirge zu unternehmen. Nach Mittheilungen des Missionars, Herrn Chr. Schumann, der von Bulongua aus einen Theil des Gebirges bereist hatte, mussten hier interessante geologische Verhältnisse zu finden sein, wenn auch für die Lösung der Hauptaufgabe, die Auffindung von Steinkohlen am Nyassa, kaum ein Erfolg von der Reise zu erwarten war.
Der Versuch, die Missionsstation Ikombe von Langenburg aus zu Land zu erreichen, musste auf halbem Wege aufgegeben werden, da der aus alter Zeit vorhandene Fusspfad verwachsen, und der Weg längs des Seeufers wegen der Beschüttung des Strandes mit gewaltigen Rollblöcken zu schwierig war. Nach fünfstündigem Klettern über solche Rollblöcke wurde noch vor dem kleinen Dörfchen Nkanda ein Kanoe bestiegen und der Weg zu Wasser fortgesetzt.
Von Ikombe bis Matema am Nordende des Sees wurden wir in der Frühe des 26. Februar durch den Missionsdampfer »Paulus« befördert. Noch am nämlichen Tage wurde dann in der Gesellschaft des Herrn Missionars Schumann die Station Wangemannshöhe erreicht.
Der folgende Tag wurde in Wangemannshöhe verbracht und zu einer Untersuchung der am Fusse des Gebirgsanstieges anstehenden und in den Gebirgsbächen als Gerolle lagernden Gesteine benutzt. Die Hoffnung, dass es möglich sein werde, dabei auch ein Bild von der im Westen des Lufirio sich aufbauenden Berglandschaft zu zeichnen, ging nicht in Erfüllung, da die höheren Berge unausgesetzt in Nebel gehüllt blieben.