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mich unter brausendem Gesang am Friedhof vorüber durch die Stadt, zum Ivutahause id. h, Strandhausj, in dem ich Gast der Geschwister Salkowski sein werde. Aber ehe ich dran denken darf, hinauszugehen, haben mich die Hunderte von Schulkindern umringt und bringen mir ein begeistertes „Hipp, hipp, Hurra". Mir aber sind diese großen scharen ein Beweis, daß unsere schule in Aeta eine führende Macht ist, aber auch eine Anregung zu der Frage, ob die Gemeinde- und Missionsarbeit hier nicht hinter der Schularbeit zurücktritt. Die folgenden Tage sollten mir Antwort geben.
2. Missionsfest in Reta.
Der äußere Verlaus einer Disitationsreise ist im wesent lichen überall derselbe. Dem Empfang folgt das Einleben in den Stationsbetrieb, Besichtigung aller Häuser und Grundstücke, Schul prüfnng, Gottesdienst, Aonserenz mit Lehrern, Altesten, Missionaren, Hausbesuch usw., und nur zu schnell eilt über der Fülle gleich artiger und doch stets wechselnder Lindrücke die Zeit dahin. Um nicht zu ermüden und nicht zur Erzählung allzu gleichartiger Erlebnisse genötigt zu sein, verzichte ich in meiner Darstellung sortan auf Voll ständigkeit und versuche, in Einzelbildern meine schönsten Erlebnisse zusammenzufassen.
Aus den dritten Gktober, den ersten Sonntag, den ich auf afrikanischem Boden erlebt habe, war das große ^ahresmissions- fest sür den Stationsbezirk angesagt.
Ein solches Fest ersordert auch in Afrika viel sorgfältige Vorbereitungen. Die Posaunenbläser und der Schülerchor üben schon wochenlang vorher ihre Stücke. Rings auf die Außenstationen wird die Einladung geschickt oder vom Missionar selbst gebracht. Und da das Missionsfest die übliche Gelegenheit ist zur Einsammlung der jährlichen Missionskollekte, darf bei der Einladung die Bitte um eine reichliche Gabe nieinals fehlen. Bei solchen außerordentlichen Gelegenheiten gibt der Neger gern und reichlich, er will aber gebeten sein. Eine weitere wichtige Vorbereitung geht in den Häusern vor sich. Zu jeden, Fest gehört ein Festessen, und die Ehre gebietet der festfeiernden Gemeinde, allen Fremden die Häuser zu öffnen uud reichlich amecl?ro zu machen, d. h. für Fufu und Festsuppe zu sorgen. Endlich ist die Rirche zu schmücken. Das ist in Afrika zwar nicht