II. Keta, die Mutter der werdenden Eroekirche.
l. Nach Aeta.
Die Reise von Lome nach Aeta dauert etwa 8 Stunden zu Fuß. Aber trotzdem der Aufenthalt in Aeta nur auf l,v^^2 Tage berechnet war, bildeten wir eine Aarawane von ^6 Menschen, als wir am LZ. September in der Morgenfrische' von Lome aufbrachen. Denn da mich Missionar Sommer bis nach Adina, der Grenze des Aetabezirks, geleiten sollte, und zu jeder Hängematte vier Träger gehören, allerhand Gepäck, je in Lasten von 60 jDfund verteilt, in Afrika aber bei der kleinsten Reise unentbehrlich ist, auch unser Dolmetscher Ludwig Adzaklo Sehnsucht hatte, seine Heimat Anyako möglichst bald wiederzusehen, ist die hohe Zahl unserer Reisegefährten schnell erklärt. Zuerst ging ich zu Fuß. Es war so wenig verlockend, in die Hängematte zu klettern, so lange die Sonne noch eben über dem Horizont stand und uns der Morgenwind vom Meeresstrande so kühl um die Schläfen wehte. Aber bald wurde der Weg schlecht, wir wateten bis an die Anöchel im Sande, und außerdem muß der Europäer in Afrika seine Aräfte schonen, also half es nichts, wir mußten hinein in die Hängematten. Mit einein Ruck lag die Last auf den schwarzen Aöpfen unserer Träger und nun begann jenes eigentümliche, schwer beschreibbare Geschaukel, das ich künftig noch so oft, und nicht selten ganze Tage hindurch, ertragen mußte. Zuerst war es ganz behaglich. Aber wenn die Sonne hoch steigt und fast senkrecht auf den Gummideckel niederbrennt, der ziemlich dicht über der Hängematte vor Licht und Regen zugleich schützen soll, dann ist's nicht gerade angenehm, sich widerstandslos schmoren lassen zu müssen. Jetzt merkte ich das noch nicht. Es gab viel zu viel neues zu sehen. Der Weg führt immer am Strande entlang, bald unmittelbar am Meere, wo nur das saftig grüne Salzkraut auf dem feuchten Sande gedeiht, bald etwas tiefer im Innern unter Aokospalmen und Affenbrotbäumen und den vielen graugrünen Laubbäumen des afrikanischen Busches. Ab und zu unterbricht ein Dorf, malerisch unter Palmen versteckt, die Einsamkeit.