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Aussteller eine ebenso wirksame wie vornehme Reklame ermöglicht wird. Apparate und sonstige Gegenstände von rein wissenschaftlichem Charakter wird man wohl meist käuflich erwerben müssen.
Die Einrichtungskosten werden sich auf etwa 18000 $ im einzelnen Falle stellen; die jährlichen Ausgaben können mit 10000 $ gedeckt werden. Im ganzen sind also für die in Aussicht genommenen 8 Museen und Ausstellungen 144000 $ einmalig und 80000 $ jährlich erforderlich. Für Einzelheiten der Kostenberechnung wird auf den Anhang unter 9 verwiesen.
Auch darin sollten wir dem amerikanischen Beispiel folgen, daß wir China systematisch durch Fachgelehrte bereisen lassen, die unter Vorführung kine- matographischer Bilder in den größeren Städten, insbesondere im Innern belehrende und unterhaltende Vorträge in den Schulen, Gilden, Klubs, Handelskammern etc. halten. Es dürfte sich dieses Mittel jedenfalls sehr geeignet erweisen, mit verhältnismäßig geringem Aufwand in breiten Volksschichten der Gebildeten Interesse für Deutschland zu wecken.
Endlich sollte ein Gegengewicht gegen die angelsächsische und japanische Chinesische Färbung der chinesischen Presse geschaffen werden. Ein großer Teil der Presse, chinesischen Redakteure hat seine Ausbildung in England, Amerika oder Japan erhalten; andere schreiben kritiklos aus den in englischer Sprache erscheinenden fremden Zeitungen ab. Wohl mehr auf diese Gründe als auf böse Absicht ist es zurückzuführen, daß in den chinesischen Zeitungen Deutschlands Absichten oft in geradezu ungeheuerlicher Weise entstellt werden, daß gehässige Hetzartikel erscheinen und daß deutsche Leistungen, auf welchem Gebiet es auch sein mag, fast systematisch totgeschwiegen werden. Mit welchen Mitteln unsere Gegner gegen uns arbeiten, beweist der im Anhang 10 abgedruckte Hetzartikel der Eastern Engineering, des in London gedruckten und in China verbreiteten Organs der British Engineer's Association, dessen einzige Tendenz zu sein scheint, alles, was deutsch heißt, zu verunglimpfen.
Die chinesische Presse steckt noch in den Kinderschuhen und sollte sich daher einer wirksamen Beeinflussung im deutschen Sinne zugänglich erweisen. Aufklärende Artikel, Abwehr gegen Schmähungen Deutschlands und Hinweise auf besondere Leistungen deutscher Industrie könnten bei systematischer Arbeit ohne erhebliche Schwierigkeiten in die chinesische Presse lanciert werden, wenn wir uns die Methoden der Gegner zu eigen machen und in derselben rücksichtslosen Weise aggressiv aus ihren Schwächen und ihrer sehr angreifbaren Politik Kapital schlagen. In Schanghai hat die in chinesischer Sprache erscheinende deutsche Zeitung „Hsieh Ho Pao" recht gute Erfolge zu verzeichnen; viele ihrer Artikel gehen in die chinesische Presse über.
Es wird jeweils von den lokalen Verhältnissen abhängen, in welcher Weise der Einfluß auf die chinesische Presse am besten zu gewinnen ist. Derartige Mittel, wie Neugründung oder Aufkauf einer bestehenden Zeitung oder Erwerb von Anteilen an ihr werden sich in der Regel verhältnismäßig zu kostspielig stellen. In erster Linie ist danach zu streben, daß derartig enge persönliche Beziehungen mit Redakteuren einflußreicher Zeitungen erreicht werden, daß
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