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Denkschrift zur Förderung des Deutschtums in China / Deutsche Vereinigung Schanghai
Entstehung
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geschaffen wird. Dann wird auch das Zerrbild von Deutschland, das dank der Skrupellosigkeit unserer Konkurrenten sich in den Köpfen der Chinesen fest­gesetzt hat, endgültig zerstört werden und der Einsicht Raum geben, daß Deutschland in der Welt hinter Niemandem zurückzustehen braucht, sondern berufen ist, eine führende Rolle im Völkerleben einzunehmen.

Die Verhältnisse liegen zurzeit noch nicht so, daß unsere Bestrebungen Schulpolitik, als aussichtslos angesehen weiden müssen. Zwar hat die englische Sprache einen bedeutenden Vorsprung, aber auch ihre Herrschaft ist, wenn man die Größe des chinesischen Reiches berücksichtigt, erst in den Kinderschuhen und kann noch durch rechtzeitige Gegenmaßregeln unterbunden werden. Die günstigen Aussichten für die Verbreitung unserer deutschen Sprache liegen vornehmlich darin, daß sie unumstritten als die Sprache der Wissenschaft gilt und daher vor allen anderen dazu bestimmt scheint, China die Bildungs­elemente zu vermitteln, mit denen es seine innere Organisation durchführen kann. Zwar können wir für absehbare Zeit ein derartiges Massenaufgebot von Lehrern und Schülern, wie England und Amerika, nicht ins Feld führen, denn derartige Organisationen lassen sich nicht aus der Erde stampfen; aber bis zu einem gewissen Grade sind wir in der Lage, die größere Anzahl auf Seiten der Gegner durch qualitativ bessere Unterrichtsresultate, durch über­ragende Leistungen auszugleichen. Wenn die Unterrichtskurse von dem Grund­satz beherrscht werden, nur ein sorgfältig ausgewähltes, mit fortschreitender Ausbildung immer wieder von neuem gesichtetes Schülermaterial zu erziehen, wird der dem Deutschen eigenen Gründlichkeit, die insbesonders dem Nord- und Mittelchinesen sympathischer ist als Oberflächlichkeit und Halbbildung, Erfolg beschieden sein. Bezeichnend ist, daß schon heute eine nicht unbeträchtliche Zahl der auf englischen oder amerikanischen Schulen ausgebildeten Schüler unsern jungen Bildungsanstalten in Tsingtau und Schanghai zuströmt. Die Stärke der englischen und amerikanischen Schulen hat bisher mehr in der Zahl als in der Qualität der durch sie vermittelten Bildung gelegen. Auch haben die genannten Schulen wahllos alle Volkskreise in ihre Bestrebungen einbezogen und dadurch viele wertvolle Kraft vergeudet. Wir sollten uns aber auf die Kreise beschränken, die bestimmt sind, eine führende Rolle zu spielen, das heißt, die geistigen und kommerziellen Oberschichten der Chinesen, und in unser Arbeitsfeld nur die Provinzen einbeziehen, auf denen die wirt­schaftliche Zukunft des Landes beruht und aus denen das an Charakter und Intelligenz wertvollste Menschenmaterial hervorgeht. Auf diese Weise können wir das zahlenmäßige Übergewicht unserer Gegner in seiner Wirkung wenigstens zum Teil aufheben. Von diesen Gesichtspunkten aus kämen etwa folgende zehn Provinzen in Betracht: Tschili (mit Peking und Tientsien), Schantung (als Hinterland von Tsingtau), Schansi (das Stammland der chinesischen Bankiers; größte Anthrazitkohlenvorkommen), Hunan (erz- und kohlenreich), Hupeh (mit Hankow als Mittelpunkt des Exporthandels), Szetschuan (reichste und bevölkertste Provinz, 68 Millionen Einwohner, besonders deutschfreundlich), Kiangsu (mit Schanghai; die Kiangsuleute bisher am stärksten in der höheren Beamtenschaft

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