Kapitel VIII,
Sonstige Aktionen des Fürsten Bismarct aus dem Gebiete der Kolonialpolitik').
Zu den weiteren kolonialpolitischen Aktionen der Ära „Bismarck" gehört noch die Einberufung der Kongokonferenz im Jahre 1884 und der Samoakonferenz im Jahre 1889.
^. Die Kongokonferenz.
Im Laufe der Zeit hatte sich die Aufmerksamkeit der seefahrenden Nationen der für ihre Interessen sehr wichtigen Frage zugewendet, in welcher Weise die Zukunft des gewaltigen Kongobeckengebietes gestaltet werden könnte. Eine besondere Anregung hierzu hatte bei allen europäischen Staaten ein am 26. Februar 1884 zwischen England und Portugal abgeschlossener Vertrag gegeben. Bis dahin war in diesem Gebiete die vom König Leopold II. von Belgien im Jahre 1876 gegründete „Internationale Afrikanische Gesellschaft" mit der Aufgabe tätig gewesen, nicht nur auf die Erforschung Mittelafrikas, sondern auch auf die Zivilisierung seiner Bewohner, Gewöhnung derselben an Handel und friedliche Beschäftigung sowie auf die Unterdrückung des Sklavenhandels hinzuwirken. An diesem Unternehmen hatten sich mit Ausnahme von England alle Nationen beteiligt.
!) Vgl. Weißbuch, III. Teil; Aktenstücke der deutschen Kolonialpolitik, Bd. I. Heft 3; v. Koschitzky, Deutsche Kolonialgeschichte, Bd. I, S. 224 ff.; Thudichum, Bismarcks parlamentarische Kämpfe und Siege, Bd. I, S. 334 ff.; v. Stengel, die Deutschen Schutzgebiete, S. 522 ff.