§ 3.
2. Der Bergbau in Südwestafrika.
a) Allgemeines.
Das Recht zum Bergbau fiel in Südwestafrika ursprünglich mit dem Eigentumsrecht am Grund und Boden zusammen. Dieses stand den Stammesverbänden der Eingeborenen zu. In gleicher Weise aber, wie die Häupter der Stammesverbände, die Kapitäne, teils mit, teils ohne Zuziehung von Ratsmannen, über den Grund und Boden verfügten, nahmen sie auch das Bergbaurecht als Regal für sich in Anspruch. Sie verliehen in Form von Verträgen Bergbaugerechtsame an Weisse gegen bestimmte Abgaben und Gebühren. Derartige Verleihungen sind erfolgt von Seiten der Kapitäne Josef Frederik von Bethanien,*) Piet Haibib von Schepp- mansdorf,**) Jan Jonker Afrikaner,***) Abraham Zwaartbooi von Otji- tambi,t) Jan Uixamab von Zessfontein,tt) Maharero Katyamuaha von Okahandja,ttt) Willem Christian von den Bondelsz\vaarts,§) Jan Hendriks von den Veldschoendragers, §§) David Vilander von Rietfontein, §§§) Hendrik Witbooi von Gibeon.t*) Hermanus van Wyk von Rehoboth t**) und Andreas Lambert von den Khauashottentotten.f***)
Mit dem Augenblick der völkerrechtlichen Erwerbung des Schutzgebietes durch das Reich ging nun aber das Bergregal als Hoheitsrecht auf das Reich über.tt*) Jede Erwerbung von Bergwerksgerechtsamen durch Ausländer oder Reichsangehörige bedurfte zu ihrer Gültigkeit der Genehmigung oder Anerkennung durch das Reich. Dies ist eine Folge der Gebietshoheit, welche das Reich mit dem Augenblick der völkerrechtlichen Erwerbung über das Schutzgebiet erwarb. Das Recht zur Genehmigung und Anerkennung der von den Kapitänen verliehenen Bergwerksgerechtsame stand dem Vertreter der Reichsgewalt im Schutzgebiet bereits vor der gesetzlichen Regelung des Bergwesens für das Schutz-
*) M. S. 19.
**) M. S. 20, 49, 51.
•**) M. S. 46, 50 f.
t) M. S. 22, 51.
tt) M. S. 23.
ttt) M. S. 46 ff.
§) M. S. 28.
§§) M. S. 29.
§§§) M. S. 31.
t*) M. S. 105.
t**) M. S. 46, 66.
+***) M. S. 66.
+t*) s. Schutzverträge S. 19.