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Unsere Kolonien / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
142
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N2 Togo.

An dem Handel war Deutschland im Jahre beteiligt mit 59 "/o- Von der Einfuhr kommen 55 o/g aus Deutschland, die Ausfuhr geht zu 63 0/0 dorthin.

6) Lingeborenenproduktion.

Die in dem vorigen Abschnitt wiedergegebenen Zahlen der Handelsstatistik deuteu bereits darauf hin, daß die Ausfuhr­produkte zu ganz überwiegendem Teil von den Eingeborenen ge­wonnen werden. Es sind dabei zu unterscheiden diejenigen Pro­dukte, welche in der Kolonie wild vorkommen uud diejenigen, welche von den Eingeborenen im Ivege des Anbaus erzeugt werden. !

Zu den ersteren gehören hauptsächlich der Kautschuk und das Elfenbein. Der Kautschuk wird überwiegend aus Lianen gewonnen, welche meist nach Anzapfung der Vernichtung anheim­fallen. Eine beständige Verminderung der kautschukerzeugenden Oflanzen findet somit statt. Da Togo zudem nicht über ausgedehnte IValdgebiete verfügt, so ist mit Sicherheit vorauszusehen, daß innerhalb absehbarer Zeit eine Verminderung, wenn nicht ein völliges Aufhören der Kautschukgewinnung stattfinden muß.

Ähnlich liegt die Sache mit dem Elfenbein. Es sind weder unbeschränkte Bestände an solchem im Besitz der Eingeborenen, noch liegt die Möglichkeit einer weiteren, umfangreichen Elfen- beingcwinnung von lebenden Elefanten vor. Es ist also auch mit Elfenbein nicht als mit einen: beständigen erheblichen Ausfuhr­posten im Handel von Togo zu rechnen.

Dagegen bieten die vorhandenen Bestände an (ölpalmen die Sicherheit, daß eine fortdauernde Ausfuhr bedeutender (Huan^ titäten von Oalmkernen und Oalmöl stattfinden wird. Die Ansfuhr- mengen haben allerdings erheblich geschwankt. Doch handelt es sich dabei um vorübergehende Verminderung; eine Verringerung der Bestände an Glpalmen hat nicht stattgefunden. Es wird im Gegenteil später mit einer beträchtlichen Steigerung der Ausfuhr an Olprodukten zu rechnen sein, wenn eine bessere Erschließung des Innern durch die Eisenbahn stattgefunden haben wird, als es bisher der Fall war. Die Ausfuhr von Oalmöl und Oalm­kernen wird also stets einen wichtigen Zweig der Ausfuhr aus Togo bilden. Es fällt dabei besonders ins Gewicht, daß auch die entfernter von der Küste gelegenen Gebiete, von denen mangels