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Deutsch-Ostafrika.
größeren Komplex Land zum Zweck der Anlage von Baumwoll-- plantagen erworben.
Die Arbeiterverhältnisse liegen besonders in dem nordöstlichen Teile (Usambara), wo sich die Mehrzahl der Pflanzungen befindet, nicht besonders günstig. Das Gebiet selbst ist nicht dicht genug bevölkert, um alle für die Plantagen notwendigen Arbeiter stellen zu können. Die Anwerbung von Arbeitern in andern Teilen des Schutzgebietes hat sich in vieler Hinsicht als schwierig erwiesen, wenngleich es bisher gelungen ist, die erforderlichen Arbeiter zu beschaffen. Als besonders hinderlich erscheint der Rarawanenverkehr, durch welchen eine Menge von Arbeiterkräften ständig anderen Zwecken entzogen werden.
An Plantagenunternehmungen im Schutzgebiet, abgesehen von den bereits erwähnten Baumwollunternehmungen, sind hervorzuheben: Deutsch-Gstafrikanische Gesellschaft, Deutsch-Ostafrikanische Plantagen-Gesellschaft, Rheinische Handei-Plantagen-Gesell- schaft, Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft, Raffee- plantage Sakarre, Usambara-Raffeebau-Gesellschaft, Sigipflan- zungs-Gesellschaft m. b. H., Deutsche Agaven-Gesellschaft, Fried- rich-Hoffmann-pslanzungen.
Die meisten Plantagen befinden sich in den nordöstlichen Gebieten Gstafrikas, von Tanga an der Rüste landeinwärts über das Usambaragebirge hinaus.
Für die Förderung des Plantagenbaus hat sich besonders das biologisch-landwirtschaftliche Institut Amani, welches gegründet ist, als wichtig erwiesen. Amani liegt am Gstabhange von Usambara etwa 9^5 m hoch. Ls sind dort umfangreiche versuche mit Anpflanzung verschiedener Nutzpflanzen gemacht. Die Anstalt unterstützt Ansiedler und Plantagen durch Abgabe von Samen und Pflänzlingen. Neben den Versuchen zur Feststellung zweckmäßiger pflanzverfahren und Gewinnung der Produkte, werden auch versuche zur Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten und tierischen Schädlingen vorgenommen. Ls bestehen dort u. a. ein Laboratorium für Botanik, Chemie und Zoologie.
5) Europäische Besiedelung.
Das Rlima an der ostafrikanischen Rüste ist, auch abgesehen von den dort herrschenden tropischen Krankheiten, für die Anlage europäischer Ansiedelungen nicht geeignet. Sowohl die gleich-