0eutsch-Ästafrika.
e) Plantagenwirtschaft.
Für den plantagcnbau, d. h. die 2lnpflailzung tropischer Nutzpflanzen auf europäisch geleiteten Pflanzungen, kommt hauptsächlich das tiefergelegene, eigentlich tropische Gebiet in Frage. Der Anbau der tropischen Nutzpflanzen kann dort natürlich nur durch farbige Arbeiter erfolgen, da die Europäer in dem heißen Klima nicht selbst dauernd im Freien arbeiten können. Ostafrika verfügt über ausgedehnte Flächen, welche für Plantagenbau geeignet sind. Dieselben werden auf mindestens 50000 qkm geschätzt. Da gerade die tiefer gelegenen, küstennäheren Teile des Schutzgebietes weniger dicht bevölkert sind, als manche der hochgelegenen Gebiete des Innern, so stehen solche Gebiete zur Verfügung, ohne daß es der Verdrängung von Eingeborenen bedarf. Ungünstiger als die Landfrage liegt allerdings, wie weiter unten zu bemerken ist, die Arbeiterfrage.
Die deutsch-ostafrikanische Gesellschaft und einige andere Gesellschaften begannen bald nach Erwerbung des Schutzgebietes mit Olantagenbau. Es wurden besonders Kaffee-, daneben Tcwak- plantagen angelegt. Leider hat sich der Anbau von Tabak nicht als lohnend erwiesen. An Kaffee wurde eine gute Qualität erzeugt, doch hatte der Kaffeebau vielfach unter Krankheiten zu leiden, außerdem beeinträchtigten die Schwankungen des Kaffee- preises auf dem Iveltmarkt die Rentabilität der Kaffeepflanzungen. Trotzdem sind umfangreiche Kaffeeplantagen zur Entstehung gelangt und auch jetzt noch in der Kultur begriffen, wenngleich sie meist nicht gut rentieren. Ein anderer im Anfange gemachter versuch, die von den Arabern im Oanganital im kleineren Maßstabe angelegten Nohrzuckerkulturen zu vergrößern und im Fabrikbetriebe auszunutzen, schlug fehl. Dagegen erwies sich die Erweiterung des Anbaus von Kokospalmen, welcher gleichfalls schon von den Arabern betrieben war, als vorteilhaft.
Nachdem so im Anfange mehrere Fehlschläge zu verzeichnen waren, ist neuerdings die ostafrikanische vlantagenwirtschaft auf einen sicheren Boden gelangt. Die versuche hatten gezeigt, daß die Sisalagave, aus welcher ein im Handel hochbewerteter Hanf hergestellt wird, in Ostafrika vorzüglich gedeiht. Ferner hat der Anbau von Kautschuk sich als lohnend erwiesen. Endlich ist dank der Tätigkeit des kolonialwirtschaftlichen Komitees die Baumwollkultur in guter Entwicklung begriffen.