Die deutsche Volkswirtschaft und die Kolonien.
dehnung der Mission auf jene Teile des Hinterlandes dürfte auch vorläufig nicht vorhanden sein, da in beiden Schutzgebieten bisher nur ein geringer Bruchteil der Heidenbevölkerung zum Christentum bekehrt ist und die küstennäheren Gebiete noch auf lange Zeit hinaus ein dankbares Feld der Missionstätigkeit darstellen.
In Gstafrika zeigt der von der Rüste aus verbreitete Mohammedanismus nicht jene bedrohliche Tendenz wie der nordafrikanische. Aufstände aus Fanatismus dürften dort nicht zu befürchten sein. Line Verbreitung der christlichen Glaubenslehre durch die Missionen erfolgt im ostafrikanischen Schutzgebiet auch in Gebieten mit teilweise mohammedanischer Bevölkerung.
Die Missionare verfolgen ihre Ziele sowohl durch Einwirkung auf die erwachsenen Eingeborenen, wie auch durch Schulunterricht der Rinder. Es gibt in allen Schutzgebieten eine große Zahl von Schulen der verschiedenen Missionen, in welchen der Unterricht teils durch europäische Missionare, teils durch farbige Missionslehrcr erteilt wird, und zwar regelmäßig in der Landessprache der Eingeborenen. Neben Kenntnissen in der christlichen Lehre, im Lesen und Schreiben, zum Teil auch im Deutschen, werden nicht selten auch anderweite Fertigkeiten den Eingeborenen beigebracht, welche ihnen in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen nützlich sind.
Infolge ihrer eingehenden Beschäftigung mit den Eingeborenen haben Missionare beider Konfessionen auch in der Erforschung von Sitten und Gebräuchen wie ganz besonders auf dem Gebiet der Sprachforschung Ausgezeichnetes geleistet. Eine Reihe von Grammatiken verschiedener Eingeborenensprachen, Bibelübersetzungen und sonstige Bücher in denselben sind von Missionaren verfaßt worden.
6. Die deutsche Volkswirtschaft und die Kolonien.
Orüfen wir, nachdem in den vorhergehenden Abschnitten ein allgemeiner Überblick über die Verhältnisse in unseren Kolonien gegeben ist, die Frage: „welchen Nutzen bringen die Kolonien der deutschen Volkswirtschaft?"
Alljährlich wandert eine Anzahl Deutscher aus der Heimat aus, um in fremden Ländern, hauptsächlich in Amerika, ein besseres Fortkommen zu finden, als ihnen das Mutterland ge-