I. Allgemeines.
5. Die Erwerbung der Kolonien.
Als Deutschland begann, Rolonialerwerbungen zu machen, war der größte Teil der Welt bereits vergeben. In den früheren Stadien kolonialer Entwicklung hatten die deutschen Staaten es versäumt, sich einen Anteil an den neu entdeckten, bzw. in den Bereich der politischen Machtentfaltung gelangten Ländern zu sichern. Linmal, im Anfang des l.6. Jahrhunderts, schien es, als wenn auch von deutscher Seite eine Beteiligung an der Erschließung überseeischer Gebiete stattfinden sollte. Das süddeutsche Raufmannsgeschlecht der Weiser unternahm auf Grund von Privilegien, welche Kaiser Rarl V. erteilt hatte, in dem heutigen Venezuela verschiedene versuche kolonisatorischer Art. Die von ihm entsandten Expeditionen waren allerdings hauptsächlich auf den Lrwerb von Gold und auf die Entdeckung des Dorados, des Goldlandes, gerichtet. Als die erhofften Schätze nicht gefunden wurden, gaben die Ivelser ihre versuche wieder auf, ohne daß es zu irgendwelcher wirtschaftlichen Entwicklung gekommen wäre.
Im weiteren Verlauf der deutschen Geschichte wurde nur einmal noch der versuch der Gründung von Kolonien gemacht, und zwar geschah dies durch den Großen Kurfürsten, welcher mit weitschauendem Blick die Wichtigkeit von Kolonien erkannte. Bald nachdem der Große Kurfürst mit der Bildung einer brandenburgischen Flotte unter Führung des holländischen Admirals Benjamin Rauls vorgegangen war, entsandte er ^680M Schiffe nach der Westküste Afrikas und ließ mit Negerhäuptlingen Verträge abschließen, durch welche Gebiete in der heutigen englischen Goldküstenkolonie unter brandenburgische Oberhoheit gestellt wurden. Im Jahre ^683 wurde dort durch den Major Gtto Friedrich von der Groeben der Grundstein zu dem Fort Groß-