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Die wirtschaftliche Entwicklung.
schen plantagenunternehmungen haben daher 2lrbeiter von anßcn- her einführen müssen, früher Melanesier, neuerdings auch Chinesen.
3. Die wirtschaftliche Entwicklung.
Die wirtschaftliche Entwicklung kolonialer Gebiete kann sich, abgesehen von der Ausbeutung mineralischer Schätze, hauptsächlich in drei Richtungen bewegen:
^ dauernde Besiedlung mit Weißen, welche als Farmer, Viehzüchter usw. selbst das Land in Bearbeitung nehmen,
2. Erzeugung von Produkten durch die Eingeborenen im ZVege der Volkskultur, Nutzbarmachung dieser Produktion seitens der Europäer durch Handel mit den Eingeborenen,
3. Erzeugung von kolonialen Produkten auf europäisch geleiteten Plantagen unter Heranziehung von Eingeborenen als Arbeiter.
Für die erste Art der Kolonisation, die europäische An- siedlung, kommen naturgemäß nur Gebiete in Betracht, in welchen der lveiße sich ohne Gefahr für Lieben und Gesundheit dauernd aufhalten und wirtschaftlich tätig sein kann. Deutsch- Südwestafrika erfüllt, abgesehen von dem nördlichsten, in den Tropen a^gcncn Tcil — dein Ainboland diese Voraussetzungen. Es ist in den Subtropen gelegen und besitzt bei wechselnden Temperaturen und großer Trockenheit der Luft trotz zeitweilig beträchtlicher Hitze ein Rlima, welches dein Europäer dauernden Aufenthalt und körperliche Arbeit gestattet. Das Land ist zwar wegen der Regen- und Wasserverhältnisse zum ganz überwiegenden Teil nicht für Ackerbau geeignet, wohl aber für Viehzucht, und vermag eine beträchtliche Zahl weißer Ansiedler in sich aufzunehmen. Die weiße Bevölkerung Deutsch-Südwestafrikas belief sich am ^. Januar nach amtlicher Zählung auf 7^0 Röpfe. Die Zahl der Angehörigen der Schutztruppe (ca. H000) ist nicht mit darin enthalten. Es findet eine rege Zuwanderung von Ansiedlern statt, die sich im Schutzgebiet als Farmer, Handwerker usw. niederlassen. Am ^ Januar O03 war die Zahl der Weißen (ohne Schntztruppe) auf 8300 Röpfe gestiegen,