508 Kapitel XIII. — Der Äereroaufstand 1904.
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Von den Aufgaben, die bisher der Ostabteilung obgelegen hatten und deren Erfüllung infolge ihres Ausscheidens gefährdet erschien, konnte die eine auch ferner nicht unberücksichtigt bleibe,:, nämlich Verhinderung eines etwaigen Ab- Marsches der Äereros über die englische Grenze. Glücklicherweise gibt es vom Äererolande aus über diese eigentlich nur zwei für große Massen brauchbare Übergänge, nämlich längs des Omuramba-u-Omatako sowie längs des Epukiro- riviers. Diese beiden Riviere mußten daher gesperrt werden. Die Sperrung des ersteren erfolgte durch Besetzung der Wasserstelle Coblenz seitens des Distrikts Grootfontein/) diejenige des letzteren durch Stationierung einer neu zusammengestellte» Abteilung von etwa 100 Reitern und 2 Geschützen unter Oberleutnant v. Wiukler bei Evukiro. Mannschaften und Geschütze waren zum Teil der Ostabteilung (Reitertruppe) entnommen, zum Teil der Station Windhuk. Außerdem hatte die Ostabteiluug bereits im Monat März den Leutnant Eymael mit 30 Reitern nach Rietfontein entsendet. Einzelne Banden, anscheinend mit der Absicht, die Grenze zu überschreiten, hatten sich in der Nähe dieses Platzes bereits gezeigt.
Schließlich erscheint noch die Tatsache erwähnenswert, daß nach dem Gefecht von Onganjira eine Meldung des bei Okaharui kommandierenden Äereroführers über das dortige Gefecht in dem Pontok des Oberhäuptlings gefunden worden ist. Diese Meldung war jedoch nicht von Tjetjo unterzeichnet, sondern von Oanja, einem der Großleute Samuels, den dieser in anscheinendem Mißtraue» gegen Tjetjo über letzteren gesetzt hatte. Der Inhalt des Briefes war ungefähr: „Wir haben gestern gefochten und wollten die Wagen der Deutschen nehmen, doch diese hielten stand, wir auch; und dann haben wir eine große Sache gemacht, nämlich zwei große Rohre weggenommen. Die Deutschen verloren 31 Tote." Wie wir jetzt wissen, war die Meldung vou der Wegnahme zweier Geschütze eine Flunkerei seitens des Äereroführers.
Die Hauptabteilung.^)
Während die beiden deutschen Flügelabteilungen ihre weiten Amfassungs- bewegungen vollendeten, benutzte die in Okahandja sich sammelnde Hauptabteilung die so gegebene Zeit zu ihrer Formation. Sie sollte sich aus der vom Süden zurückzuerwartenden Feldtruppe und aus den von Deutschland bereits angekündigten weiteren Verstärkungen in der Äöhe von 500 Köpfen,
*) Siehe S. 520.
Siehe Karte zwischen S. 496/497.