ls die Kriegslage im Bondelzwartsgebiet zwang, auch die 2. Feldkompagnie aus dem Äererolande dorthin zu beordern, war ich nicht im unklaren darüber, daß diese Maßnahme auf die Lage im Äererolande eine bedenkliche Wir-
Der
Hereroaufstand 1904.)
Kapitel Xlll.
Allgemeines.
kung ausüben könnte. Niemand konnte besser wissen als der Gouverneur, daß, abgesehen von den Rassengegensätzen, die Äereros auch sonst noch glaubten. Gründe zur Unzufriedenheit zu haben. Ich darf an dieser Stelle wohl erwähnen, daß ich dem Führer der 2. Feldkompagnie, der als tapferer Soldat gleich mit nach dem Süden ins Feld rücken wollte, auf seine dahingehende Bitte einen abschlägigen Bescheid gegeben habe. Äauptmann Franke war zugleich Bezirksamtmann von Omaruru und als solcher in der Behandlung der Eingeborenen im Frieden ebenso geschickt, wie er sich später im Kriege bei ihrer Bekämpfung tatkräftig erwiesen hat. „Er sei seiner Äereros auch während seiner Abwesenheit ganz sicher," schrieb er mir. Als dann später Äauptmann Franke nach seiner Rückkehr vom Süden sich in die Lage versetzt sah, seine Wohnung in Omaruru mit stürmender Äand wieder nehmen zu müsseil, wollte er nach seinein eigenen Bericht zuerst gar nicht glauben, daß seine Äereros es überhaupt wageu würden, auf ihreu langjährigen Bezirksamtmann zu schießen. Er setzte sich daher bei Beginn des Gefechts absichtlich dem feindlichen Feuer aus, mußte jedoch bald seinen Irrtum eiusehen. Dieser erscheint indessen verzeihlich, wem: man die Loyalität, um nicht zu sagen Treue mit angesehen hat, mit der die Äereros äußerlich an ihrem Bezirksamtmann zu hängen schienen.
*) Siehe beiliegende Skizze. !.>eu rwein, Elf Jahre Gouverneur von Deutsch-Südwestasrika. >^