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Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika : mit 176 Abb. u. 20 Skizzen / von Theodor Leutwein
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(Erindi Okaserandu) unter einem weiteren Verlust von 2 Verwundeten. Dazu kamen noch als Abgang die 9 Pferde der Spitze. Infolge dieser Überraschung wurde von jetzt ab mit äußerster Vorsicht durch den dichten Busch weiter- marschiert, und am 24. März langte die Westabteilung in Okahandja all. Sie hatte ihre Aufgabe glänzend gelöst. Am 19. März war noch eine feindliche Werft (Otjinaua Naua) weggenommen und eine Viehherde er- beutet worden.

Die Ostabteilung.

Von Beginn des Aufstandes ab war sowohl in der Äeimat wie im Schutzgebiete die öffentliche Meinung mehr durch die Furcht vor einer Flucht der Äereros mit dem geraubten Vieh über die englische Grenze, als vor einer etwaigen Schwierigkeit, sie zu besiegen, beherrscht. Bei dein bisherigen geringen politischen Zusammenhalten der Äererostämme unter sich erschien auch mir eine solche Fluchtmöglichkeit, wenigstens seitens des im Osten wohnenden Stammes des Mterhäuptlings Tjetjo, als naheliegend. Dieser Annahme trat der Distriktschef von Gobabis, Oberleutnant Streitwolf, in einer Meldung vom 9. Februar gleichfalls bei, die ich am 15. Februar in Karibib erhielt. Der genannte Offizier empfahl in ihr dringend die Ent- fendung einer starken Truppe nach dem Distrikt Gobabis, und zwar rasch, da andernfalls die Gefahr einer Entweichung der Äereros vorliege. Es wurde daher zur Formierung einer stärkeren Ostabteilung unter dem Kommando des Majors v. Glasenapp geschritten. (Siehe S. 496.) Dieser er-- hielt Befehl, sich zur Rücksprache bei mir in Karibib einzusiuden, der bereits im Vormarsch nach dem Osten befindlichen Marinekompagnie Fischel wurde da gegell aufgegeben, zu halten, wo fie sich gerade befände. Die Abteilung voll Winkler war bereits im Distrikt Gobabis angelangt und daher wenigstens der dringendste Bedarf an Verstärkung dortselbst gedeckt. Sie hatte auf ihrem Vor- marsch am 11. Februar eine feindliche Werft überfallen und mit geringen eigenen Verlusten genommen. Nachzuholen ist noch, daß die Kompagnie Fischel ill der Nacht vom 14. auf den 15. in der Nähe von Seeis einen Äberfall auf ihre Sicherheitstruppeu uud hierbei einen Verlust von 3 Toten und 2 Ver­wundeten erlitten hatte. Auch diese Meldung war am 15. in Karibib ein­getroffen.

Nach ihrer vollständigen Zusammensetzung war die Kriegsgliederung der Ostabteiluug folgende:

Führer: Major v. Glasenapp,

Stab: Äauptmann a. D. v. Frankens,