492 Kapitel XIII. — Der Äereroaufsrand 1904.
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muß die Feldtruppe operieren können, ohne sich außerhalb der Truppe und Polizei stehender Führer bedienen zu müssen. In jedem Bureau einschließlich derjenigen der Polizeistationen müssen stets genaue Wege- usw. Karten des betreffenden Verwaltungsbezirkes zu finden sein."
Nicht übersehen dürfen wir serner, wie viele deutsche Soldaten der Tatsache das Lebeu zu verdanken haben, daß es so lange Jahre geluugen ist, für unsere Sache Eingeborene gegen Eingeborene auszuspielen. Gedanken solcher Art mögen uns trösten über die tiefschmerzlichen Opfer an Menschenleben/ welche die inzwischen fortgeschrittene Besiedlung des Landes bei Aus-- bruch des Aufstandes gefordert hat, und die niemand näher gehen können, als dem seiner Verantwortlichkeit sich bewußten Gouverneur. Sie mögen aber auch dem Reichstagsabgeordneten zur Seite stehen, der heute die Summen für das Schutzgebiet bewilligt, die er vor zehn Iahren vielleicht versagt hätte. Wer aber jetzt noch der Ansicht sein sollte, die Niederwerfuug der Eingeborenen hätte damals weniger Opfer gekostet als heute, der befindet sich im Irrtum. Icb meinerseits bin der gegenteiligen Ansicht. Noch mehr aber irrt derjenige, welcher glaubt, daß eine gewaltsame Entwaffnuug oder eine sonstige Entrechtung der Eingeborenenstämme, wenn früher vorgenommen, gar keinem Widerstand begegnet sein würde. Auch wenn vorläufig nur an einem einzigen Staunn zur Ausführung gebracht, würde diese Maßnahme sofort das Mißtrauen aller hervorgerufen und fie geradezu gewaltsam zum Auschluß aneinander gebracht haben. Dafür hat das Jahr 1904 den vollen Beweis erbracht. Als sie sicb von der gleichen Gefahr bedroht glaubten, haben damals Äereros uud Äottentotten, früher bitterste Feinde, sofort unverkennbare Neigung zum Zusammenschluß gezeigt. Daß es gelungen ist, diesen Zusammenschluß neun Monate bis Oktober 1904 hintanzuhalten, war ^zu Beginn des Äereroaufstandes zweifellos unsere Rettung. Äeute können wir ferner die erforderlichen Opfer als unvermeidlich hinnehmen; wenn aber von uns selbst heraufbeschworen, würden wir uns angesichts ihrer Größe vielleicht doch nicht der zweifelnden Frage entschlagen können: „War es durchaus uotweudig, diese Opser zu bringe», und ist das Schutzgebiet sie auch wert?" 5lnd wer würde die Verantwortung für solche Folgen eines Friedensbruchs uusererseits, ohne daß eine Zwangslage gegeben war, übernommen haben?
Das Landungskorps S. M. S. „Habicht".
Die erste Äilfe von außerhalb kam dem Schutzgebiet durch unsere Marine. Am 18. Januar nachmittags traf der kleine Kreuzer „Äabicht" auf der