Druckschrift 
Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika : mit 176 Abb. u. 20 Skizzen / von Theodor Leutwein
Entstehung
Seite
484
Einzelbild herunterladen
 

484 Kapitel XIII. Der Äereroaufsrand 1904.

MDMDNNMSMWlIWIIWWNNSNNAMMNWNNNNNSMNMW

richtung der Station Coblenz mit 30 Mann Besatzung auf den erhaltenen Befehl, den Omuramba-u-Omatako zu sperren. Eine damit verbundene Er- kunduug vom 10. bis 14. April stellte fest, daß die Gegend beinahe bis Waterberg und südlich bis iu das Sandfeld auf mehrere Tagemärsche von den Äereros frei sei. Erst Ende Mai fingen sie an, sich dort wieder zu sammeln. Die Station Coblenz wurde dcmu am 22. Mai wegen ihrer uu- gesunden Lage wieder aufgegeben. Die Absperrung des Omuramba übernahm von da ab die gegen Waterberg sich sammelnde Feldtruppe selbst. Das zweite Ereignis ist das Gefecht bei Okangundi am 28. April, d. h. ein Äber- fall auf die dortige, einer der berüchtigtsten Räuberbanden als Schlupfwinkel dienende Werft. Es gelang die uuvermutete Umstellung und fast völlige Vernichtung der Bande, von der 31 Tote gesunde» wurden, bei einem eigenen Verlust von nur einem Toten.

Im Monat Mai wurde dann mit Äilfe der inzwischen von Deutsch­land eingetroffenen Verstärkungen eine Nordabteilung in der Stärke von 1 Kompagnie, 2 Maschinengewehren und 2 Feldgeschützen formiert und diese dem Oberleutnant Volkmann unterstellt. Auf dem Marsche nach dem Norden führte sie Oberleutnant v. Zülow, welcher mittlerweile von Okahandja wieder nach Swakopmund zurückgekehrt war. Von ihm übernahm sie OberleutnantVolk- mann am 8. Juni in Otavi und führte sie dann in den Gefechten von Water- berg wie auf der anschließenden Verfolgung in das Sandfeld. Die Episode der Verteidigung von Grootfontein war mit ihrem Eintreffen abgeschlossen.

Die Kompagnie Franke.

Wie oben erwähnt, war die Kompagnie Franke auf ihrem Marsche nach dem südlichen Kriegsschauplatze bereits in Gibeon angelangt, als sie von der Nachricht über den Ausbruch des Äereroaufstandes erreicht wurde. Der Kompagnieführer erbat und erhielt am 15. Januar von mir auf heliographi­schem Wege die Erlaubnis zur Amkehr. Die erste hervorragende unter den vielen Leistungen der Kompagnie war dann die Zurücklegung der 380 Km bis Windhuk in 41/2 Tagen, und zwar was das Wesentlichste war ohne daß nach diesem Marsche die Leistungsfähigkeit der Pferde beeinträchtigt war. Es war dies das Ergebnis einer vorzüglichen Ausbildung im Friedeil wie der strengen Anwendung des Gelernten jetzt im Kriege. Nach einem kurzen Gefecht bei Arris traf die Kompagnie am 19. nachmittags in Windhuk ein. Nach einem Ruhetage setzte sie am 21. ihren Vormarsch auf Oka­handja fort. Die Kompagnie war durch Zuwachs aus der Besatzung