470 Kapitel XIII. —Der Äereroaufstand 1904.
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vorgekommenen Ermordungen fielen daher fast durchweg in den Bezirk Oka- Handja-Waterberg, zu dem auch die Gegend von Grootfontein (Nord) ge- rechnet werden muß, da in dessen Nähe die Waterberg-Äereros wohnen. In den beiden übrigen Bezirken waren dagegen die Weißen rechtzeitig gewarnt und hatten sich größtenteils retten können.
Ereignisse in Omaruru.
Das Verdienst für die Rettung Omarurus gebührt dem Stabsarzt der Schuhtruppe Dr. Kühn in Verbindung mit dem dortigen Missionar Äegner. Ein glücklicher Zufall hatte es gefügt, daß der Erstgenannte, der auf einer Reise begriffen war, gerade in den kritischen Tagen in Omaruru eintraf. Der Äererosprache vollständig mächtig, trat er sofort mit dem noch schwankenden Kapitän Michael und seinen Großleuten in Verbindung, was diese zum einstweiligen Zuwarten bewog. Noch am 15. abends waren der .Häuptling Michael und der Kirchenälteste Assa als Gäste des Stabsarztes aus der Station. Erst am 16. vormittags fiel, anscheinend uuter dem Druck der zahlreichen von außerhalb zugezogenen Feldhereros sowie der Nachrichten aus Okahandja, die Entscheidung für den Aufstand. Die ihm so gewordene Frist hatte jedoch Stabsarzt Kühn bereits benutzt, um zu retten, was noch zu retten war. Sämtliche Weiße des Bezirks konnten — mit Ausnahme von vier — noch in Sicherheit gebracht werden. Die kleineren Stationen wurden eingezogen, dafür die wichtige Station Okombahe verstärkt, vor allem die Pferde der Kompagnie von dem Sterbeposten Sorris-Sorris herangeholt und schließlich die Station Omaruru iu Verteidiguugszustand gesetzt. Die Berkaffernniederlassung Okombahe, von der im Kap. II, S. 63 die Rede gewesen ist, war treu geblieben uud mußte daher besetzt bleiben. So vorbereitet, konnte Stabsarzt Kühn den am 16. eröffneten Feindseligkeiten ruhig entgegensehen und die Station bis zu ihrer Ent- setzung durch die Kompagnie Franke am 2. Februar halten. Sie wies sämtliche Sturmversuche der Äereros zurück und hatte an Verlusten nur einen Toten und einen Verwundeten, beide gelegentlich eines Ausfall-- gefechts am 27. Januar/")
'Auch die Gattin des Stabsarztes Dr. Kühn, eine Nichte des bekannten Schiffs- reeders Woermanu, war während der Belagerung mit in der Feste eingeschlossen und hat durch ihr unerschrockenes Verhalten den übrigen Frauen ein gutes Beispiel gegeben wie auch ihrem Gemahl wertvolle Unterstützung geleistet.