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Forschungen im Inneren der Insel Neuguinea : Bericht des Führers über die wissenschaftlichen Ergebnisse der deutschen Grenzexpedition in das westliche Kaiser-Wilhelmsland 1910 / Leonhard Schultze
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Vi Bericht über die Resultate der astronomischen Beobachtungen, welche auf der deutschen Grenzexpedition nach Neuguinea im Jahre 1910 ausgeführt wurden.

Von Professor Dr. L. Ambronn.

Die Expedition, welche aus einer deutschen und einer holländischen Abteilung bestand, hatte den Zweck, den Verlauf der deutsch-holländischen Grenze von der Nordküste Neuguineas bis nach dem Schnittpunkt des 141. Grades östl. Länge v. Gr. mit dem 5. Grad südl. Breite zu bestimmen.

Die astronomischen Beobachtungen, deren Re­sultate auf den folgenden Seiten niedergelegt sind, wurden von dem der deutschen Expedition als Astronomen angegliederten Leutnant z. S. Dal­li 11 i s e n (siehe Bericht I. S. 78) und da, wo die bei­den Expeditionen gemeinsam arbeiten konnten, in Gemeinschaft mit dem holländischen Führer Luymes ausgeführt. Die Zweiteilung des Ar­beitsfeldes der Expedition in ein nördliches Ge­biet (zwischen dem Küstenstandlager an der Tami- Mündung bei Germaniahuk und dem südlichsten Endpunkt Faltenton) und in ein südliches Gebiet (das des Sepik-Laufs) ist oben (siehe III.) genannt wor­den und aus der Übersichtskarte zu ersehen.

Der deutschen Abteilung der Expedition stan­den außer zwei Chronometern eine Anzahl Taschen­uhren und zwei 5 zöll. Universal-Instrumente von Wanschaff zur Verfügung; daneben noch die erforderliche Ausrüstung von Bussolen und Instru­menten und Erfordernisse zur Routenaufnahme. Außerdem wurde noch in einigen Fällen ein kleiner Theodolit verwendet. Die wichtigen Breiten- und Längenbestimmungen sind stets mit einem der Wanschaffschen Instrumente ausgeführt worden.

Die Höhenlibellen der beiden Wanschaffschen Instrumente, die mit (30) bzw. (25) bezeichnet sind, besaßen eine Empfindlichkeit von 8,8" pro pars der Libelle, diejenige des kleinen Theodoliten, mit (15) bezeichnet, nur eine solche von 20" pro pars. Die ersteren haben mikroskopische Ablesung der Kreise, das letztere besitzt nur Nonien.

Die Breitenbestimmungen sind im allgemeinen in zweckmäßiger Weise in der Nähe des Meridians angestellt worden und auch nicht in zu geringen Zenitdistanzen, in einigen Fällen mußten dazu aber auch Gestirne benutzt werden, die sich schon eine Stunde und mehr außerhalb des Meridians befan­den. Dieser Umstand hat die Reduktion manchmal ziemlich erschwert.

In fast allen Fällen ist aber darauf geachtet worden, daß Sterne im Süden und Norden des Zenit beobachtet wurden. Aus den Vergleichungen der

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten. Ergänzungsheft n.

daraus folgenden Werte der geographischen Breite lassen sich die Biegungskonstanten der beiden in Betracht kommenden Instrumente bestimmen. Für das Instrument (30) erhält man dafür den Wert 4", für das Instrument (25) scheinen verschiedene Werte in Rechnung gebracht werden zu müssen, und zwar einmal ein solcher von 4" bis zum 20. Juli. Zwischen dem 20. und 27. Juli scheint am Instru­ment eine Veränderung vor sich gegangen zu sein (vielleicht hat sich der Okularauszug etwas ge­lockert), und es mußte daher für den Schluß der ersten Reiseperiode und für die Beobachtungen am Sepik ein neuer Wert für die Biegungskonstante ab­geleitet werden. Dieselbe fand sich zur 17. bzw. 13." am Tami bzw. am Sepik. Die Unsicherheiten, die in diesen Bestimmungen, namentlich für das In­strument (25) noch vorhanden sind, besonders auch wegen des Grundes der Änderung, kommen für die Ableitung der Resultate nur sehr wenig in Betracht, da wie bemerkt fast immer Nord- und Süd­sterne beobachtet wurden und daher auch bei der guten Auswahl der Sterne die Korrektionen wegen Biegung fast ganz aus dem Resultat herausfallen.

In der Haupttabelle (I) sind die direkt gefun­denen Werte für die einzelnen Breitenbestimmun­gen angeführt.

Die Tabelle II gibt die Schlußresultatc der Breitenbestimmungen auf ganze Sekunden abge­rundet.

Der mittlere Fehler einer solchen Bestimmung kann zu etwa + 4"> wenn das Resultat auf zwei Sternen, und zu etwa + 3', wenn das Resultat auf vier Sternen beruht, angenommen werden. In man­chen Fällen wird auch eine etwas größere Genauig­keit erzielt worden sein, an anderen Orten weichen dagegen die Einzelbcstimmungen recht erheblich voneinander ab, ohne daß ein Grund dafür ange­geben werden könnte.

Mit ganz besonderer Sorgfalt sind während des ganzen Verlaufes der Expedition die Vergleichun­gen der mitgeführten Uhren vorgenommen worden. Vielfach sind vor und nach den Zeitbestimmungen solche vorhanden, und auch während der Perioden, in denen nicht beobachtet wurde, sind fast täglich diese Vergleichungen gemacht worden. Trotzdem ist es nicht ganz einfach, den Verlauf der Uhrgänge für alle Intervalle festzustellen, da bei den Beob­achtungen selbst sehr häufig mit den Uhren ge-

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